Abend des Bläsersounds: Von ABBA bis Hollywood

  • Erstmals fand das Frühlingskonzert des Blasorchesters im Kleinen Goldenen Saal statt.
  • Kilian und Gabriel führten mit detailreichen Ansagen durch das Programm des Bläserkonzerts.
  • Junge Schlagwerker prägten das Frühlingskonzert entscheidend mit.
  • Das Saxophon-Quintett der Klasse Willi Nuszbaum zeigte souverän sein hohes Können.
  • Anton Rast am Dirigentenpult führte den Stab bei den Filmmusik-Nummern des Blasorchesters.
  • Von Mendelssohn bis Mississippi führte das Trompetenquartett seine Hörer rund um die Welt.
  • Musizieren im Rokoko: Die ungewöhnlichen Mischungen des Konzertprogramms reizten Publikum und Musiker gleichermaßen.

Frühlingskonzert-Abend mit den Bläsern von St. Stephan: Eine Reihe von Neuerungen gaben dem traditionellen Konzert echten, neuen Schwung. Erstmals spielte das Blasorchester unter Anton Rast nicht in der Schulaula, sondern konnte im Kleinen Goldenen Saal die feinere Akustik und variablere Klangentfaltung gut nutzen. Zudem traten an die Seite des Orchesters kleinere Bläsergruppen, vom Klarinetten-Trio über Trompeten- und Saxophon-Quartett bis zum Saxophon-Quintett, und gaben dem Abend zusätzliche Vielfalt. Und das Orchester hatte sich bereits im Vorfeld auf weniger „Masse“ und mehr „Klasse“ vorbereitet: Die sechs gebotenen Stücke und Medleys hatten hohes Niveau, dem die „symphonische“ Truppe gerecht werden konnte. In jeder Hinsicht also ein gewinnendes und zukunftsweisendes Konzertkonzept.

Nach ungewöhnlichem Beginn mit Anton Bruckners Chormotette „Locus iste“ für Bläser standen für das Orchester mit „Dschungelbuch“, „Harry Potter“, „Pirates of the Caribbean“ und „Grease“ große Film-Medleys an, die in Rhythmus, Dynamik und Orchestrierung hohe Anforderungen stellten. Das ABBA-Medley stand dem in nichts nach. Besonders überzeugen konnten neben den Blechbläsern vor allem die Schlagwerker, die mit der extremen rhythmischen Variabilität souverän umgingen.

Durchmischt wurde das Programm von Bläsergruppen aus den Klassen von Anton Rast (Trompete) und Willi Nuszbaum (Klarinette und Saxophon): Mit feineren Stücken (Mendelssohn), ungewöhnlichen Formen (Rondo) und knackigen „Beats“ zeigten diese Formationen den Reichtum zeitgemäßer Bläsermusik und insbesondere die Saxophon-Gruppen glänzten mit konturreichem, präzisem und mitreißendem Spiel.

Den Spendenerlös des Publikums widmete Anton Rast den Menschen im Südsudan, die von einer schweren Hungerkrise heimgesucht sind, und unterstrich damit, dass das Bläserkonzert nicht nur musikalisch eine globale Perspektive hat.

Ein gelungener Konzertabend, der mit seiner neuen Struktur überzeugen konnte und auf weitere musikalische Entwicklungen gespannt macht!