Altstephaner-Musik: Eindrücke eines Aktiven

  • Das Altstephanerorchester unter Leitung des früheren Schulorchesterleiters P. Anselm Mayer am Ende seines Konzertes im Kleinen Goldenen Saal: Viel Applaus und große Anerkennung.
  • Sonntagsgottesdienst auf der Stephanerempore: Mit Schuberts G-Dur-Messe begann der „konzertante“ Sonntag nach zwei intensiven Probentagen.
  • Bunt gemischt treffen sich zahlreiche Stephanergenerationen beim Altstephanerorchester – und alle Register von Streichern über Bläser bis zu den Pauken sind verlässlich besetzt!
  • Im Cello-Register kommt es hier gerade zu einer intensiven internen Absprache, wie sich unschwer erkennen lässt.
  • Auch der Chor trat am Nachmittag im Kleinen Goldenen Saal nochmals auf, um Teile aus Schuberts Messe konzertant aufzuführen.
  • P. Anselm aus dem Blickwinkel der Violinen: Konzentration auf allen Seiten.
  • Der Autor unseres Beitrages, Markus Großhauser, als einer unter vielen Geigerinnen und Geigern: Musik in ihrer verbindenden Form zwischen Jung und Alt, Hobbymusikern und Berufsmusikern.

Freitagnachmittag treffen wir Musizierbegeisterte uns am jahrzehntelangen Probenort: Man (er)kennt sich (wieder), freut sich über das Wiedersehen mit Altstephanerinnen und -stephanern und über die Begegnung mit neuen Gesichtern. Ein bisschen schwingt immer auch die Frage mit, wer noch alles kommen mag und warum der eine oder die andere diesmal wohl nicht dabei ist. Als einer, der mittlerweile schon länger an St. Stephan selbst unterrichtet, ist die Wiedersehensfreude eine dreifache: Da sind eigene Lehrer, die Schulkameraden und auch schon eigene Schülerinnen und Schüler mit dabei. Diese Verbundenheit ist schlicht: Schön!

Pater Anselm hat – wie immer – Brezen für alle besorgt, die während der Probe nicht nur von den Streichern gegessen werden, die ja den Mund zum Musizieren nicht „freihalten“ müssen. Die Symphonie Nr. 4 von Robert Schumann, die wir uns 2017 vorgenommen haben, gehen wir zweimal durch. Und obwohl noch nicht alle Stimmen, insbesondere im Bläserbereich, da sind, klingt das schon ganz gut. Der Freitag ist dann mit dem Durcharbeiten von Franz Schuberts Messe in G-Dur, einem Weber-Oboenkonzert und einem Bach-Klavierkonzert gut gefüllt. Alles aber fließt verlässlich von der Hand. Da ist vieles tief verankert aus der Schulzeit.

Der Samstag mit seinem frühen Probenbeginn setzt diese flüssige Probenarbeit fort. Beim gemeinsamen Mittagessen im Speisesaal des Internats werden auch auf musikalische Weise Erinnerungen wach: Die unvergessenen Orchesterfreizeiten in Ottobeuren stehen mir lebendig vor Augen beim Anstimmen des Kanons „Danket, danket dem Herrn“. Anschließend wechselt der Probenort schon auf die Empore der Stiftskirche zur Generalprobe der Schubert-Messe. Und auch das Konzertprogramm für den Sonntag wird Stück für Stück weiter aufbereitet.

Der Sonntagsgottesdienst mit Orchestermesse macht viel Freude. In Erinnerung bleibt vor allem aber das Orgelstück zum Auszug von Stephan Kremer: Er improvisiert aus Schuberts „Agnus Dei“-Thema eine mitreißende Variation, die zuletzt in eine Jazz-Fassung übergeht.

Nach Generalproben für Symphonie und Solokonzerte und kurzer Mittagspause in der (eigentlich schon wegen Mittagspause geschlossenen) Maxklause, die extra für uns noch Mittagessen macht, beginnt um 16.00 Uhr ein gut besuchtes, lebendiges Konzert, in dem alles Erarbeitete stimmig und in fröhlicher Konzentration unter P. Anselms Händen gelingt. Das Publikum genießt hörend, was wir aktiv musizierend genießen: Schubert (mit Chor), Schumann (Symphonie) und Solokonzerte mit Evelyn Renner (Oboe), Jan Gärtig (Klarinette) und Matthias Gyr (Klavier). Glücklich und durchaus auch erschöpft lassen wir nach dem letzten Ton im Kleinen Goldenen Saal den Abend mit dem Altstephanerorchester in der Maxklause ausklingen.