Auf der Flucht vor dem A. – Brecht hochaktuell

  • Auf der Brechtbühne: Die Klasse 10c des Gymnasiums bei St. Stephan führt ihre selbst komponierte und aktualisierte Version eines Brecht-Gedichtes vor. (Bild: Christian Menkel)
  • A. wie „Anstreicher“ – gemeint ist Adolf Hitler, der Bertolt Brecht schon 1933 zur Flucht ins Ausland zwang. Die Schülerinnen und Schüler aktualisierten auf dem Hintergrund der gegenwärtigen Flüchtlingskrise den Text.
  • Probenarbeit in der Schule: Jede und jeder bringt sich stimmlich oder instrumental ein beim Wettbewerb „Mein Lieblingsbrecht“.
  • Das Plakat mit der Aufforderung, seinen „Lieblingsbrecht“ zu sprechen, zu singen, zu spielen oder zu tanzen. Die 10c ließ sich das nicht zweimal sagen! (Plakat: Nontira Kigle)

„Auf der Flucht vor dem A.“ lautet ein eher unbekanntes Gedicht von Bertolt Brecht, mit dem die Klasse 10c dieses Jahr am Wettbewerb „Mein Lieblingsbrecht“ im Rahmen des Brechtfestivals teilnahm. Die Schülerinnen und Schüler machten sich im Deutschunterricht Gedanken zur kreativen Umsetzung dieses Textes, in dem der Autor 1941 auf dem Weg ins Exil seine Fluchterfahrungen aufgreift. Zum einen entwickelten sie mehrere aktualisierende Varianten, die sich auf die heutigen Flüchtlingserlebnisse bezogen. Zum anderen beschloss die sangesfreudige Klasse – in guter Brechtscher Tradition – eine musikalische Darbietung auf die Beine zu stellen, was letztlich mit künstlerischer Unterstützung der Lehrerin in eine Vertonung von zwei Textstrophen für dreistimmigen Chor und ein Zwischenspiel für Streicher, unterstützt von Posaune und Klavierbegleitung, mündete.

 

Nach intensiver Probenarbeit wurde die öffentliche Uraufführung Anfang März auf der Brechtbühne im Rahmen des Brechtfestivals ein voller Erfolg. Einer der Organisatoren des Abends bescheinigte den Schülerinnen und Schüler „das höchste künstlerische Niveau bei unserem Lieblingsbrecht“. Was für ein Lob!