Ein Bilderbuch-Merkurdurchgang!

  • Gut zu sehen war der Merkur vor der Sonne (kleiner Punkt in der linken Bildhälfte).
  • Ohne Schutzbrille darf man das Schauspiel nicht beobachten.
  • Ein eindrucksvolles Schauspiel, das so erst wieder in dreieinhalb Jahren zu sehen sein wird.
  • Schüler beschäftigen sich in der Sternwarte theoretisch mit dem Merkurtransit.
  • Am selbstgebauten Modell wird zunächst der Vorgang erklärt und simuliert.

Der kleine schwarze kreisrunde Winzling namens Merkur, der da die Sonnenscheibe durchquerte, vermochte es, den vollen Nachmittag des 9. Mai ganze Scharen von Schülern und Erwachsenen in unserer Sternwarte im Klostergarten in seinen Bann zu ziehen und zu begeistern. Was natürlich auch daran lag, dass er sich für diese Nachmittagsvorstellung ganz fotogen eine stattliche Sonnenfleckengruppe als Nachbarschaft ausgesucht hatte, die hübsche Vergleiche bezüglich Form und Schwärzung zuließ oder auch so manchen etwas irritierte. War Merkur schon mit dem Fernglas – bei ganz ruhiger Hand, besser freilich auf Stativ – als winziger Punkt auszumachen, hob er sich bei 100-facher Vergrößerung (am Fernrohr mit 2250 mm Brennweite) fast plastisch von der Sonnenscheibe ab. Mit einem anderen Teleskop auf Papier projiziert, ließ er sich freilich auf den Knien betteln, aber doch auch finden und verfolgen. Hohe Zirruswolken trübten nämlich anfangs den Blick zur Sonne etwas ein, entschädigten aber dafür eine Zeitlang durch einen wunderschönen Sonnenhalo, wo das Sonnenlicht an den Eiskristallen der hohen Wolken in großem Umkreis reflektiert oder sogar zu Regenbogenfarben gebrochen wird. Immer wieder waren im weiteren Verlauf bei optimalem Himmel alle verfügbaren Fernrohre umlagert, und manch einer versuchte sich erfolgreich an einem Foto durch’s Okular mit dem Handy, bis gegen Abend dann Wolken aufzogen und dem Schauspiel ein immer noch interessantes Ende bereiteten.

Am Modell von geneigter Merkurbahn mit Sonne und Erde und mit einigem Zahlenspiel konnte man sich zwischenhinein klarmachen, warum das Phänomen (fast) genau in dreieinhalb Jahren (11. November 2019) und dann erst wieder 13 Jahre später (13. November 2032) zu beobachten ist. Und zumindest für die nächsten dreieinhalb Jahre dürfte dieser beeindruckende Nachmittag in lebendiger Erinnerung bleiben!