Ein Halleluja aus München – für Deutschland

  • Howard Arman, Chef des BR-Rundfunkchores, führt die angereisten Stephanerinnen und Stephaner in seine Vorstellungen des „Händel-Experimentes“ ein. (Quelle: Münchner Rundfunkorchester, Lisa Hinder)
  • Der Stephanerchor nimmt das Studio 1 in Beschlag: Eine gute Stunde wird die Aufnahme des 75-Sekunden-Beitrages in Anspruch nehmen.
  • Im Studio 1 des Münchner Rundfunkhauses nähert sich der Moment der Aufnahme in Ton und Bild. (Quelle: Münchner Rundfunkorchester, Lisa Hinder)
  • Große Aufmerksamkeit als Chorvertreter Bayerns in einem bundesweiten ARD-Projekt: Teil einer virtuellen Chorproduktion zu werden, ist durchaus aufregend. (Quelle: Münchner Rundfunkorchester, Lisa Hinder)

Gleich am zweiten Schultag nach den Weihnachtsferien war unser Schulchor ins Funkhaus des BR nach München eingeladen: Ein Ort, der für manche besonders aufregend, für erfahrene Orchestermitglieder St. Stephans schon von „Klasse Klassik“ wohlbekannt ist.

Was wie ein Chorausflug aussah, war die Teilnahme am deutschlandweiten Projekt „Ein ARD-Konzert macht Schule“, das dieses Jahr dem Komponisten Georg Friedrich Händel gewidmet ist. Im „Händel-Experiment“ wirken Schulchöre aus allen Bundesländern virtuell zusammen. Da wird in den jeweiligen Landesrundfunkanstalten aus Händels unsterblichem „Halleluja“ eine Passage von 1 Minute und 15 Sekunden eingespielt und gefilmt, damit beim Abschlusskonzert im Mai daraus ein deutschlandweiter, virtuell gesampelter, über Großleinwände zusammensingender Mega-Chor entsteht. Anfang und Ende des Händel-Hallelujas galt es da zusammenzuspannen und für Bayern einzusingen.

Doch der Schwerpunkt lag nicht nur rein auf dem Musikalischen, darüber hinaus dokumentierten sowohl Fernsehen als auch Radio unseren Ausflug. So wurden in der Zeit zwischen Chorprobe und Aufnahme Interviews geführt, was für alle Beteiligten, Lehrer wie Schüler, eine völlig neue Erfahrung war.

Los ging’s gleich neben dem Bahnhof: Schon auf der Arnulfstraße wurden wir bereits von einem Kamerateam in Empfang genommen, das uns die nächsten Stunden begleiten sollte. Im Chorsaal des berühmten Chor des Bayerischen Rundfunks durften wir proben und wurden von Fernseh- und Rundfunkteams interviewt. Mit Brezen und Wasser versorgt, unterhalten durch eine spontane Hausführung und interessante Gespräche mit Mitgliedern des Rundfunkorchesters und des Chores, verging die Zeit wie im Fluge bis zum Eintreffen von Howard Arman, dem künstlerischen Leiter des BR-Chores.

Armans vorhergehender Termin im Gasteig hatte sich verzögert, doch dann – in Studio 1 – ging alles sehr konzentriert und zügig: Howard Arman setzte in einer kurzen Probe seine eigenen Akzente, erklärte einiges zu Händels Halleluja und führte uns sicher durch die etwas heikle Aufgabe. Denn das Playback, zu dem gesungen wurde, wurde bei der Aufnahme nur noch dem Dirigenten per Kopfhörer eingespielt. Der Chor musste zum Dirigat und a cappella singen: Für jeden Chor eine besondere Herausforderung, die, dank der heiteren und motivierenden Art des Dirigenten und dank der guten Vorbereitung von Chorleiter Ulrich Graba, vom Schulchor rasch gemeistert wurde.

Schon am nächsten morgen um 7.30 Uhr konnte jeder Bayern-Klassik-Hörer einen schönen Eindruck vom nachmittäglichen Halleluja gewinnen. Und die Beteiligten haben eine wunderbare Erinnerung in Form des Hörfunkbeitrags und des Fernsehbeitrags aus der Abendschau an einen ganz besonderen Schulausflug. Jetzt steht für das Händel-Experiment noch die Konzertdarbietung am 3. Mai in Halle an: Aber dieses Konzert kann jeder selbstverständlich live in Übertragung als Video-Stream mitverfolgen.

Für weitere Interessen: Die Seite im Netz zum Händel-Experiment wird vom MDR betreut.