Energydrink mit gefährlichen Nebenwirkungen

  • Die Jugendlichen erhalten ihre Praktikumsplätze am Beginn des Stückes: Ein Praktikum im Tierheim wird vergeben.
  • Vicky kriegt den Praktikumsplatz in Lockson & Lockson’s Limonadenfabrik.
  • Praktikum im Fitness-Studio: Das könnte zumindest etwas abwechslungsreicher werden.
  • Praktikum in der Chirurgie – und was sich die Jugendlichen am Anfang ganz unbedarft darunter vorstellen.
  • Bei Lockson & Lockson hat die Firmenchefin „die Hosen an“.
  • Katkat soll bei „Snowys Rockband“ Praktikum machen – und muss urplötzlich als Sängerin aushelfen.
  • Das ist die sensationelle Rockband, von der alle Jugendlichen träumen: Sie bereiten sich auf ein Mega-Konzert vor und Katkat ist auf einmal mittendrin!
  • Bei der „Gazette“ ist das Praktikum nicht so prickelnd: Freie und unabhängige Berichterstattung gibt es gar nicht, die Anzeigenkunden sagen der Redaktion, wo’s lang geht.
  • Ben ist im Blumenladen gelandet – und kriegt über Vicky plötzlich das seltsame Laptop von Lockson & Lockson in die Hände, auf dem schreckliche Bilder sterbender afrikanischer Kinder zu finden sind.
  • Ratlos im Blumenladen – aber nur für einen kurzen Moment, dann legt Ben richtig los.

Kanalreinigung, Zeitung, Blumenladen, Notrufzentrale oder Fitnessstudio – ein Praktikum erweitert den eigenen Blickwinkel und man erlebt, was es heißt, in der Arbeitswelt sein Geld zu verdienen, so heißt es wohl. Doch dass es auch gefährlich werden kann, wenn man sich gleich mit einem ganzen Weltkonzern und mit dessen skrupelloser Chefin Mrs Lockson (herrlich fies gespielt von Eunike Sailer) anlegt, das hätten die Jugendlichen Molly, Polly, Spud, Damian und Michael (Lisa Werner, Leonie Zepf, Andrian Knöll, Henri Nappeé und Eric Tribus) um ihre Klassenkameradin Vicky (Elisabeth Nittka) nicht erwartet.

Butterbrezen schmieren und Getränke verteilen bei Lockson&Lockson, der Firma, die den hippen Energydrink „Liquidator“ vertreibt – das ist eigentlich ihre Aufgabe. Doch als sie das Laptop ihrer Chefin mit dem klebrigen, süßen Getränk versehentlich lahmlegt und ihren Hacker-Freund Ben bittet, den Schaden zu reparieren, finden sie brisante Daten. Nach und nach finden Vicky, Ben (Josias Merl) und Edgar (Leon Schwede) heraus, dass die Hochglanzfirma mit dem Drink für Sieger richtig viel Dreck am Stecken hat. Getestet wurde der „Liquidator“ nämlich an hilflosen Kindern in Kenia. Eines dieser Kinder liegt in einem Krankenhaus in Manchester im Sterben und so machen sich die drei Mutigen dorthin auf. Unnötig zu erwähnen, dass Lockson&Lockson das nicht so einfach hinnehmen kann und die Jugendlichen jagt. Doch mit Hilfe der pfiffigen Katkat (Annika Kigle), Praktikantin und Sängerin der Rockband „Snowy“, gelingt es, den Skandal öffentlich zu machen und den afrikanischen Jungen zu retten.

„Ocean's Eleven für Jugendliche“

Rasant wechseln die Szenen, die Perspektiven sowie die Kostüme, ständig schlüpfen die Schauspielerinnen und Schauspieler in neue Rollen. Und Flaschen fliegen! Natürlich nicht im Publikum, sondern auf der Bühne, denn immer wieder drängt sich der „Liquidator“ ins Bild, wird konsumiert, angepriesen und beworben. Mit großer Spielfreude, gutem Timing und einem untrüglichen Gespür für Emotionen, die immer wieder zwischen Lachen, Betroffenheit und Trauer changieren, ließ sich das gesamt Ensemble auf die rasante Geschichte um den Skandal mit dem Weltkonzern ein. „Ocean’s Eleven im Jugendformat“ eben, wie Hubert Filser von der Süddeutschen Zeitung den Roman 2016 rezensierte.

  • Vicky brütet über den Schreckensfotos: In Afrika sind Kinder zu Schaden gekommen, als der „Liquidator“-Drink erprobt wurde.
  • Der Junge aus Afrika landet in der Chirurgie – und die Praktikantin Leila begegnet der Sterblichkeit des Menschen.
  • Einfühlende Szene aus dem klinischen Leichenschauhaus.
  • Mit einem Lkw bringt die Gang per Anhalter den sterbenskranken Afrikaner in die Notaufnahme.
  • Und die Gang beschließt, auf einer alten Druckerpresse eine ganz außergewöhnliche „Gazette“ zu drucken: Die Wahrheit über „Liquidator“, der Menschen krank gemacht hat.
  • Den Manipulierern von Lockson & Lockson gelingt es, die aufklärende Ausgabe der „Gazette“ rechtzeitig vor der Veröffentlichung zu vernichten.
  • Im Kellergewölbe wird’s gefährlich, als Mrs Lockson merkt, dass die bunte „Liquidator“-Werbefassade in Gefahr ist: Der Keller wird geflutet. Doch Spud und Damian machen momentan Praktikum bei der Kanalreinigung und kommen gerade noch rechtzeitig.
  • Das Mega-Konzert von „Snowys Rockband“ wird zur Bühne für die Enttarnung des „Liquidator“-Drinks, der nicht sportlich-fit, sondern menschenverachtend ist.
  • Die Rockband, zum großen Teil bestehend aus der Augsburger „Band des Jahres“: „Hannah and the Neighbours“
  • Applaus mit Spielleiterin Elke Sandler in der Mitte ihrer Akteure.

Kurzweilig inszeniert von Spielleiterin Elke Sandler und gut erzählt ist die Geschichte nach dem Roman von Andy Mulligan, doch nicht in allen Wendungen und Facetten glaubhaft. Manchmal gibt es ein bisschen zu viele Zufälle. Mehr als wettgemacht werden diese kleinen Unebenheiten im Plot durch die vielen eingestreuten Songs wie Tears in Heaven, Jailhouse Rock, Creep oder We are the world, mit denen die Rockband (Marie Wörle, Anna Strohmayr, Bianca Beer und Philipp Rüth) der Inszenierung und diesem Abend eine ganz besondere Stimmung verlieh.