Flucht und Migration in Griechenland

  • So kommt man ins Gespräch: Gemeinsames Basteln mit Flüchtlingskindern
  • Dieses syrische Mädchen erzählt, es fühlt sich gut aufgehoben in Ioannina.
  • Wir testen die 'Ideenboxen' im Kommunikationszentrum.
  • Hier konnten unsere Lehrer etwas dazulernen: z.B: arabische Schrift

Das diesjährige Thema des Griechenland-Austausches war Flucht und Migration sowie das Ankommen in einem fremden Land. Während unserer Woche in Griechenland haben wir drei Projekte zu diesem Thema besucht.

Zeit verbringen mit Flüchtlingen in unserem Alter

An einem Nachmittag haben wir Flüchtlingskinder, überwiegend aus Syrien, in ihrer Schule besucht. Wir wurden freundlich von ihnen und ihren Lehrern in einem Stuhlkreis empfangen. Zuerst haben wir uns alle der Reihe nach vorgestellt. Die meisten der jugendlichen Flüchtlinge konnten sich nicht nur auf Englisch vorstellen, sondern auch schon auf Griechisch. Einer der Schüler erzählte uns sogar auf Griechisch, Englisch und Deutsch etwas über sich. Danach bastelten wir aus Luftschlangen kleine Schalen. Was zunächst nicht nur sehr schön und farbenfroh, sondern auch sehr kompliziert aussah, war sehr simpel und machte allen viel Spaß. Bei Sonnenschein spielten wir außerdem auf dem Sportplatz noch alle gemeinsam Fußball.

Museum über Migration und Flucht

Außerdem besuchten wir ein kleines Museum über die Migrationswelle, vor allem von Migranten aus Epirus nach Amerika Ende des 19. Jahrhunderts bis kurz vor dem zweiten Weltkrieg. Dort erfuhren wir etwas über die Wirtschaftskrise in Epirus und allgemein in Griechenland damals. Die Menschen dieser Zeit wanderten nach Amerika aus, um sich dort ein neues Leben mit Arbeit aufzubauen. Deshalb wurde Amerika oft als Paradies von ihnen betitelt. Amerika sah diese Einwandererwelle als Chance, Arbeitskräfte zu gewinnen. Deshalb wird auch Kranken oder Arbeitsunfähigen der Zutritt in ihr Land nicht erlaubt. Also warb Amerika für alle erdenklichen Berufe, um die Menschen dazu zu bewegen, zu emigrieren. So bekamen wir einen Eindruck, welche Beweggründe die Menschen damals hatten.

Besuch des Kommunikations-Zentrums in Ioannina

Unser letztes Projekt, das wir besuchten, war erst frisch eröffnet. Das sogenannte Kommunikations-Zentrum ist eingerichtet sowohl für Menschen aus Ioannina als auch für Flüchtlinge. Das Anliegen der Gründer ist es, geflüchteten Menschen kulturelle Angebote und Freizeitbeschäftigungen zu bieten. Besonders wichtig ist ihnen dabei auch, dass die Flüchtlinge und die Bewohner aus Ioannina in Kontakt kommen. Jeder kann dorthin kommen, und zum Beispiel etwas essen, ein Spiel spielen oder an Aktivitäten teilnehmen. Es sind z. B. Kunstprojekte, das Verschönern der Wände und Möbel geplant. Zunächst wurde uns gezeigt, wie unser Name in Arabisch geschrieben wird. Später übten wir auch selbst unseren Namen so zu schreiben. Außerdem wurden uns die sogenannten Ideen-Boxen vorgestellt. Es gibt verschiedene Farben dieser Boxen, die etwa die Größe einer kleinen Kommode haben. Jede Farbe steht für ein anderes Thema. So ist eine Box mit Büchern (auf Englisch und auch in arabischer Schrift) und Gesellschaftsspielen gefüllt. Eine andere ist so konstruiert, dass man die Wände öffnet und nach oben klappt und so auf dem eingebauten Fernseher etwas ansehen kann. Außerdem befinden sich in dieser Box ein Internetanschluss und ein Generator. Eine andere Box kann zu einem Tisch umfunktioniert werden, um den später auch manche von uns saßen und sich mit einem Flüchtling, der in einem Lager etwa eine Stunde von Ioannina entfernt lebt, zu unterhalten. Uns wurden auch noch kleine, kompakte Quader vorgestellt, mit denen man Zugang zum Internet und Strom bekommt. Diese wurden für die Camps in Griechenland entwickelt. Am Ende unseres Besuches spielten wir noch alle gemeinsam Uno auf einer dieser Ideen-Boxen. Die Uno-Karten stammten natürlich auch aus einer der Boxen.

In dieser Woche in Griechenland haben wir viele Eindrücke sammeln können, wie man dort mit der aktuellen Situation umgeht und versucht, den Menschen ein Gefühl von Heimat zu geben und sie möglichst reibungslos in die Gesellschaft einzubinden. Außerdem erfuhren wir auch etwas über eine ähnliche Situation im späten 19. Jahrhundert und konnten so Vergleiche ziehen. In Deutschland besuchten wir mit unseren Austauschschülern dann das Projekt Tür-an-Tür.