Latein an seinem Ursprung

  • Im Ostia Antica Park Hotel hatte die Lateinakademie mit rund zwanzig Teilnehmern einen konzentrierenden Konferenzraum für ihre philosophisch-sprachlichen Themen zur Verfügung.
  • Mit ihrem „Father Nick“ zeigt sich hier die Akademie 2017: Professor und Dominikanerpater Nicanor Austriaco ist sowohl Professor für Biologie als auch Professor für Theologie am Providence College in den USA.
  • Beim Besuch in Rom begegneten die Teilnehmer der Lateinakademie Thomas von Aquin direkt: In der „Capella della Annunciazione“ in der Basilika Santa Maria sopra Minerva steht der Autor der „Summa Theologiae“ auf Filippino Lippis berühmtem Gemälde ganz außen.
  • Rombesuch am Circus Maximus mit dem Palatin im Hintergrund: Ein unvergessliches Erlebnis.

Mit dem Stowasser-Lexikon und Thomas von Aquins „Summa Theologiae“ im Gepäck geht es jedes Jahr für 20 Jugendliche Richtung Italien. Denn dort ermöglicht ihnen die Organisation „young leaders“ an einer einwöchigen Lateinakademie teilzunehmen.

Warum Ferien für Philosophie aufwenden?

Unüberlegte könnten denken: Warum eine Woche seiner Ferien dafür opfern, philosophische lateinische Texte zu übersetzen? Das ist ganz einfach: Philosophie befasst sich genau mit denjenigen Fragen, die sich abends im Bett beim Einschlafen stellen. Warum lebe ich? Was ist mein Leben wert?

Diese Fragen versuchten Professoren aus aller Welt – mit der Folge, dass die meisten Diskussionen der Lateinakademie auf Englisch stattfanden – Schülern mit Hilfe der „Quaestiones“ 18 und 19 (prima pars secundae partis) von Thomas’ „Summa Theologiae“ näherzubringen. Das Problem oder doch eher der Vorteil ist, dass man nicht mit weniger Fragen, sondern mit mehr Fragen wieder nach Deutschland fliegt.

Warum dieses Jahr in Ostia Antica bei Rom?

Ganz einfach: Es geht darum, Latein an seinen Ursprüngen zu fassen. Somit liegt Rom ganz nahe, denn Thomas hat dort einige Zeit gewirkt und auch hier angefangen an seiner „Summe“ zu schreiben. Außerdem ist Ostia Antica, die ehemalige Hafenstadt Roms, eine gut Wahl, da sie für Augustinus, auf den sich Thomas oft bezieht, sehr bedeutsam ist. Aus diesen Gründen konnten wir Teilnehmer auch beide Städte besichtigen.

Und um was geht es in der „Summa Theologiae“?

Die Akademie stand unter dem Motto „libertas et conscientia“ („Freiheit und Gewissen“). Doch es wurden keineswegs nur uralte philosophische Themen betrachtet. Der heilige Thomas schreibt so sagenhaft modern, dass es nicht verwunderlich ist, dass in den lebendigen Diskussionen nicht nur Themen wie Exorzismus und Engel, sondern auch Abtreibung und künstliche Befruchtung aufkamen.

In den philosophisch reichen Tagen war für mich zu spüren: Latein wird auf lange Sicht keine Sprache sein, die irgendwann einmal tot in der Ecke liegen bleibt. Sondern sie ist allgegenwärtig und immer notwendig – getreu dem Motto „Zukunft braucht Herkunft“.

  • Rundblick über Ostia Antica mit seinen Straßen, Gebäuden und Fundresten: In der österlichen Atmosphäre unschlagbar schön!
  • Romulus und Remus auf einem Relief in Ostia Antica
  • Das Theater von Ostia mit seinen weithin bekannten „Maskensteinen“