Riesiges aus der Zwergenwelt: Die Nano-Akademie

  • Dr. Stefan Thalhammer führte äußerst lebendig und mit reichem Bild- und Videomaterial in seine Forschungsbereiche innerhalb der Nanotechnologie ein.
  • Die „Schülerakademie“ mit Dr. Stefan Thalhammer wurde ihrem Namen gerecht: Hier wurde erklärt, nachgefragt und bereitwillig erläutert und vertieft.
  • Dr. Stefan Thalhammer lehrt als Privatdozent am Institut für Physik der Universität Augsburg und forschte schon am renommierten Helmholtz-Zentrum in München.
  • Hellwach folgten die rund 30 Schülerinnen und Schüler dem Nanotechnologie-Vortrag von Dr. Stefan Thalhammer in den modernisierten Chemieräumen im Neubau.

Warum machen M&Ms Knackgeräusche? Wieviel wächst ein Fingernagel pro Sekunde? Und was heißt das griechische „nanos“ auf Deutsch? Mit diesen – und vielen anderen – Fragen befasste sich die 2. Schülerakademie Schwaben, die am 9. Dezember im neuen Chemielehrsaal unter dem Titel „Nanotechnologie“ stattfand.

Eingeladen war neben rund 30 talentierten und interessierten Schülerinnen und Schülern der Oberstufe von St. Stephan auch ein exzellenter Referent: Privatdozent Dr. Stefan Thalhammer führte sein höchst aufmerksames Publikum in einer facettenreichen dreistündigen Reise durch die Welt der Nanotechnologie. Nach dem Studium der Biologie und der Promotion in Nanobiotechnologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München habilitierte sich Thalhammer in Biophysik an der Universität Augsburg. Vormals Forscher am renommierten Helmholtz-Zentrum in München, dem deutschen Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, ist er heute im Management der Mess- und Steuerungstechnik-Firma Heidenhain tätig.

Thalhammer führte in die Welt der Nanotechnologie ein. Sie gründet auf der allen Nano-Forschungsgebieten zu Grunde liegenden gleichen Größenordnung der Nanoteilchen: vom Einzel-Atom bis zu einer Strukturgröße von 100 Nanometern (nm) Ein Nanometer ist ein Milliardstel Meter (10 hoch −9 m). Umgerechnet ist das soviel wie das Wachstum unserer Fingernägel in einer Sekunde. Die Etymologie des Wortes bestätigt es: „nanos“ heißt im Griechischen der Zwerg.

Auf pfiffige und elegante Weise und mit tollen Medien (Fotos und Filmsequenzen) bot Thalhammer sein immenses Nano-Wissen dar: Er konfrontierte die „Jungakademiker“ mit Science-Fiction-Inhalten aus dem 20. Jahrhundert. So handelt etwa der US-amerikanische Science-Fiction-Film „Die phantastische Reise“ aus dem Jahr 1966 von einer Gruppe Menschen, die sich samt einem U-Boot verkleinern und in einen aus dem Ostblock übergelaufenen tschechischen Wissenschaftler injizieren lassen, um so eine komplizierte Gehirnoperation vornehmen zu können.

  • Nanotechnologie in anschaulich-unterhaltsamer Form im Film „Die phantastische Reise“ aus dem Jahr 1966

Im wissenschaftlichen und verfahrenstechnischen Teil gab Thalhammer Einblicke in die Welt der Quantencomputer, des Rastertunnelmikroskops und des Rasterkraftmikroskops. Er zeigte, wie an der Berliner Charité Nanoeisenpartikel in der Krebstherapie bei Gehirntumoren eingesetzt werden, und erläuterte unter dem Stichwort „Nanomedizin“ den zielgerichteter Einsatz von Medikamenten statt der „Überschwemmung“ des Körpers.

In Bereich der Lebensmitteltechnologie lauteten die Fragen: Warum knacken Mentos und M&Ms? Antwort: Wegen des Einsatzes von Deckweiß (Titandioxid)! Warum fließt Ketchup aus der Flasche? Weil Sand (Siliciumdioxid) zugemischt wird! Schließlich wurden auch Risiken der Nanotechnologie nicht ausgespart.

Die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler waren rundweg begeistert: Ein äußerst informativer Akademietag mit professioneller Präsentation wurde gelobt. Thalhammer konnte sich auf dem Evaluationsbogen der Teilnehmer die fantastische Note 1,1 ergattern, während die Schülerakademie als Zusatzangebot „nur“ die tolle Note 1,4 erhielt. Im O-Ton eines Schülers hieß das: „Da vermittelt jemand seine Leidenschaft mit Power und Herz.“