Abifahrt 2016: Schottland regenfrei

  • Welcome to Scotland – an der englisch-schottischen Grenze (die vielleicht bald EU-Außengrenze wird ...) wird die Abiturientengruppe zwischen grünen Hügeln von einem Dudelsack spielenden Schotten im Kilt begrüßt – in strahlendem Sonnenschein.
  • Gruppenbild in Glenfinnan: Im Vordergrund die Teilnehmer der Studienfahrt, im Hintergrund Hogwarts. Nur für den an der Magie des Ortes zweifelnden Herrn Raffler (ganz rechts im Bild) blieben die Gruppe und das Zauberschloss unsichtbar.
  • Lost in the Highlands – völlig abgeschieden wandern wir auf einsamen und wilden Pfaden durch die beeindruckenden Highlands bei Torridon und fühlen uns in die Kulisse von „Herr der Ringe“ versetzt.
  • Rast auf den Stufen des Parthenon? Weit gefehlt! Hoch über Edinburgh auf dem Carlton Hill, einem der sieben Hügel der Stadt, genießen wir die wunderschöne Aussicht über ganz Edinburgh und denken (Warum nur?) an unsere Mitschüler in Rom und Griechenland.

Bereits am ersten Abend der Schottland-Abiturfahrt gibt’s in Edinburgh genügend Eindrücke für eine ganze Woche: Eine stürmische nächtliche Fährüberfahrt nach Newcastle, die beeindruckende Stille der verfallenen Dryburgh Abbey, in deren uralten Gewölben einige von uns mit ihren wunderschön hallenden Bassstimmen spontan Choräle erklingen liessen, verwirrende Wege im Heckenlabyrinth des Traquair House und geheime Turmzimmer mit Fluchtwegen für katholische Priester im damals puritanischen England …

Am nächsten Morgen überrascht uns Edinburgh mit wunderschönen Ausblicken vom Castle Hill mit seinen palladisch anmutenden Konstruktionen, die seinem Ruf als „Athen des Nordens“ alle Ehre machen. Auf einem Stadtrundgang durchstreifen wir die Gassen entlang der Royal Mile zwischen Holyrood Place (dem Sitz der Queen auf ihren Besuchen) und dem Edinburgh Castle, wo die vielen restaurierten Räume einen tiefen Blick in die verwirrende british-schottische Geschichte erlauben.

Der schottische Erfindergeist und die kreative Ingenieurskunst des keltischen Volkes wird am nächsten Tag am Falkirk Wheel deutlich, einer Schiffshebeanlage, die einen Höhenunterschied von 20 Metern zwischen zwei Kanalstücken spektakulär innerhalb von 5 Minuten überwindet. Der direkte Vergleich mit der siebenstufigen Schleusentreppe „Neptune’s Staircase“ wenige Kilometer weiter macht den Unterschied noch beeindruckender. Vor unserer Überfahrt auf die Insel Skye kommen wir an Harry Potter’s Wirkungsstätte vorbei: Von der gegenüberliegenden Talseite in Glenfinnan bietet sich ein wunderschöner Blick auf die Eisenbahnbrücke des Hogwarts-Express und die (nur für einige sichtbare) Zauberschule. Die von den Gletschern der Eiszeiten tief ausgeschliffenen Täler sind hier und auch im Tal von Glenloch wunderschön ausgeprägt.

  • Zwischenstopp bei Eilean Donan Castle: Mehr Schottland geht nicht!

Nahe der Insel Skye liegt Eilean Donan Castle, eine im Laufe vieler Jahrzehnte mühevoll in Eigenarbeit des Besitzers restaurierte Burg, auf der auch Szenen der Serie Highlander gedreht wurden. Der verschmitzte schottische Führer kommentiert bei unserem Besuch die aktuelle Position Schottlands bezüglich des Brexit mit einem Augenzwinkern und Grüßen an „Angie“ mit der Bitte, sie möge doch den freigewordenen Platz der Briten für die Schotten freihalten. In der Nachmittagssonne wandern wir stundenlang auf schmalen Pfaden durch die einsamen Hochmoore der Highlands bei Torridon und werden mit wunderschönen Aussichten für den mühsamen Weg belohnt.

Wer vom Wandern noch nicht genug hatte, konnte auch am nächsten Tag bei Gairloch noch einmal die Magie der wilden Landschaft auf sich wirken lassen, der Rest der Gruppe beobachtete bei einem Spaziergang in dem kleinen Fischerort Seehunde im Hafenbecken und erstand fangfrischen schottischen Fisch zum Abendessen. Den Nachmittag verbrachten wir zwischen den Farnen, Palmen, Bambuswäldchen und Rhododendren der nördlichsten botanischen Gärten der Welt in Inverewe, in denen – auf der geographischen Breite von Moskau – dank des Golfstroms eine unglaubliche Vielfalt an subtropischen Pflanzen wächst.

Allen Abiturienten, die in den Englischkursen Shakespeares ‚Macbeth‘ gelesen hatten, war Cawdor als Sitz des machthungrigen Thane of Cawdor und seiner intriganten Frau ein Begriff. Die Burg ist heute liebevoll restauriert, inklusive des bei den Renovierungsarbeiten zufällig entdeckten Verlieses, in das man nur unfreiwillig durch eine Falltüre direkt beim Eintritt in die Burg gelangen konnte – was beileibe kein Einzelschicksal war, wie Funde aus der Kammer belegen. Den kulinarischen Abschluss der Fahrt bildete der Besuch der historischen Dallas Dhu Whisky-Destille in Speyside – allerdings ohne Whiskyprobe, zur großen Enttäuschung der volljährigen Schülerinnen und Schüler.

Queen Elisabeths Lieblingsort in Schottland ‚Queen’s View‘ und das beschauliche Örtchen Richmond mit seinen typisch englischen Cafés und Sandsteinhäusern bildeten den krönenden Abschluss der Abiturfahrt 2016. Das einzige, das wir nicht erleben durften, war der vielbeschworene schottische Regen: Not a single drop …