Schule und Unterricht gemeinsam weiterentwickeln

Der Blick zurück auf die vergangenen zwei Jahre, in denen das Gymnasium bei St. Stephan in einem intensiv begleiteten Prozess auf seine Aufgabe als Kompetenzzentrum für Begabungs- und Begabtenförderung vorbereitet wurde, lässt nicht nur bei Schulleiter Bernhard Stegmann zwei Gedanken aufkommen: „Der Prozess war dicht getaktet und hat uns in hohe Dynamik gebracht.“ – „Jetzt ist im Grunde nur ein Startpunkt erreicht, von dem aus die Aufgaben als Kompetenzzentrum vor uns liegen.“

Dr. Corinna Maulbetsch, Akademische Rätin an der Pädagogischen Hochschule (PH) Karlsruhe, die das Gymnasium bei St. Stephan in den letzten zwei Jahren wissenschaftlich auf dem Entwicklungsweg zum Kompetenzzentrum begleitet hatte, war Anfang Januar nochmals für zwei Tage nach Augsburg gekommen, um in drei Gesprächsrunden Erfahrungen, Beobachtungen, kritische Rückmeldungen und Zukunftsperspektiven des Entwicklungsprozesses zu reflektieren.

Gesprächspartner waren die Schulleitung, das Kompetenzteam mit seinen derzeit drei Kernmitgliedern, die im zurückliegenden Prozess „Karg Campus Schule Bayern“ eine intensive, mehrstufige Fortbildung durchlaufen hatten, sowie ein Gruppeninterview mit Interessierten und „begabungsfördernden“ Lehrkräften aus dem gesamten Kollegium, für die schulintern eine Staffel sogenannter „Kompaktkurse“ geboten war. An diesem offenen – und sehr lebendigen und fruchtbaren – Gruppendialog nahm auch Mirjam Maier teil, Bildungswissenschaftlerin (M.A.) der PH Karlsruhe, die derzeit an ihrer Promotion im Bereich „Schulentwicklungs- und Lehrerweiterbildungsforschung“ arbeitet („Potentiale und Begabungen entdecken und fördern. Wirksamkeitsstudie einer Lehrerfortbildung mit pädagogischem Schwerpunkt“).

In allen Gesprächen der beiden Tage wurde deutlich, dass die wissenschaftliche Begleitung von außen für den Prozess hohe Wirksamkeit gebracht hat: Denn Corinna Maulbetsch, als wissenschaftliche Mitarbeiterin der 2014 begründeten Arbeitsstelle Hochbegabung Karlsruhe (AHBKA) die „Schnittstelle“ des Projektes, war als aufmerksame, stets zuhörende, geschickt nachfragende und unermüdlich vermittelnde Begleiterin ein unverzichtbares Bindeglied zwischen dem Bayerischen Kultusministerium, der finanzierenden Karg-Stiftung und den acht im Projekt befindlichen Gymnasien.

Die Anliegen der Schule und der Lehrkräfte mit ihrem hohen Praxiswissen aus dem Schulalltag und der Begleitung von Begabungspotenzialen standen nochmals im Mittelpunkt: Denn die nun abgeschlossene Ernennung zum schwäbischen Kompetenzzentrum ließ in den Interviews auch Zukunftsfragen ans Licht treten, die von übergeordneten, bildungspolitischen Strukturen bis zu Aspekten des konkreten, innerschulischen Lernalltages reichen.

Die Erfahrung jedenfalls, dass „wissenschaftliche Begleitung“ vor allem offenen und konstruktiven Dialog meinen kann, der alle Beteiligten sensibilisiert und ermutigt, gab dem Abschluss des Entwicklungsprojektes einen höchst motivierenden Charakter.