Sonntags-Matinee: Die Gitarre für sich sprechen lassen

„Die Musik spricht für sich allein. Vorausgesetzt, wir geben ihr eine Chance.“ (Yehudi Menuhin)

Ferdinand Brenner, Abiturient und langjähriger Gitarrenschüler in der Instrumentalklasse von Hermann Weilguni, fasst zusammen, was die sonntägliche Gitarrenmatinee zum Schuljahresende zu bieten hatte.

  • Ensemblespiel mit klassischen Gitarren gehört zu den großen Qualitäten der Gitarrenklasse von Hermann Weilguni: Der steht barfuß, aber leichthändig auf der Bühne im Kleinen Goldenen Saal.
  • Schon die Jüngsten spielen zusammen und zeigen Eifer und Sensibilität.
  • Luca und Elisabeth spielen mittlerweile schon drei Jahre zusammen und bilden bereits ein erfahrenes „Team“.
  • Eindrücke von intensiver Interaktion im Zusammenspiel erfahrener Gitarristen
  • Hermann Weilguni – Herzblut eines Lehrers mit Herz, der sich für seine verschiedenen Ensembles engagiert einsetzt
  • Das große Ensemble, in dem viel Probenarbeit und unermüdlicher Einsatz steckt: Auch viele Ehemalige aus Hermann Weilgunis „Schule“ sind dem Klangkörper über viele Jahre verbunden.

Am Ende jedes Schuljahres bekommen wir Gitarrenschüler die Chance, die Ergebnisse unseres Übens und Probens unter der großartigen Leitung unseres Lehrers und authentisch barfüßigen Dirigenten Hermann Weilguni, zu präsentieren. Der Kleine Goldene Saal bot uns abermals eine passende Atmosphäre, Musik in ihrer ganzen Natürlichkeit und Echtheit für sich sprechen zu lassen, wie der Dirigent Yehudi Menuhin die Aussagekraft der Musik zusammenfasste.

Die diesjährige Matinee bot den Konzertbesuchern ein breites Spektrum der Gitarrenmusik. Das „kleine“ Ensemble sorgte mit „November“ von Fabian Payr für einen stimmungsvollen und feinfühligen Einstieg. Darauf folgte eine ruhige und melodiöse Suite. Weitere Solo- und Duo-Nummern führten das Publikum durch den Vormittag.

Es begann mit einer reißerischen Malaguena. Weitere Werke von Francisco Tarregá („Pavana“) und John Thomson („Skagerak“) führten zu drei Kompositionen des brasilianischen Komponisten Heitor Villa-Lobos, der durch seine virtuose Ausdrucksart und kunstvolle Vielseitigkeit seinen Kompositionsstil profilierte. Mit Villa-Lobos’ Werken wurde „die klingende Seele Brasiliens“ in den Kleinen Goldenen Saal getragen. Das kurzweilige Solistenprogramm endete mit zwei Stücken des spanisches Komponisten Isaac Albéniz („Mallorca“ und „Cordoba“), die bedacht und zugleich mitreißend vorgetragen wurden.

Das Ensemble der „Größeren“ durchzog mit drei Stücken weite Teile internationaler Musikstile. Die Bach-Fuge zeichnet sich durch ihren konzentrierten und getragenen Charakter aus, während der venezolanische Komponist Alfonso Montes die Atmosphäre des venezolanischen Gebirges „Tepuyes“ durch ein kunstvoll sich entsprechendes und teils widersprechendes Melodiegewebe musikalisch aufnimmt. Das sich durch Kontraste, Percussioneinlagen und hohe Dynamik kennzeichnende „Grisis y soles“ von Maximo Diego Pujol bildete die Antithese zu Bachs Fuge. Unsere Matinee endete damit, dass sich beide Ensembles auf der Bühne zu Tilman Hoppstocks „Gamerio“ zusammenfanden und damit einen gelungenen knalligen Schluss boten.

Der brandende Applaus und der gut besuchte Saal lässt uns von einem erfolgreichen Konzert sprechen. Wir bedanken uns herzlich bei Hermann Weilguni! Mit viel Geduld und Motivation lehrt er uns die Kunst des Gitarrespielens und ist uns nicht nur ein Lehrer, sondern auch Begleiter über viele Schuljahre hinweg und darüber hinaus!

  • Ferdinand Brenner, der Verfasser dieses Textes, ist langjähriger und begeisterter Gitarrist. Er hat heuer das Abitur bestanden, wird seine Gitarre aber weiterhin für sich sprechen lassen.