Gallener „Pergalami“-Tierchen mit Stephaner-Taufpaten

  • Collin Albrecht hat für das Federstrich-Tierchen aus der St. Gallener Handschrift Codex 86 einen Namen gefunden und durfte jetzt die wertvolle Handschrift zusammen mit Schwester, Mutter und Klosterbibliothekar Cornel Dora in Augenschein nehmen.
  • Pergalami heißt – dank Collin Albrechts Einfallsreichtums – diese Kritzelei in einer St. Gallener Handschrift aus der Zeit um 950.

Im Rahmen der Jahresausstellung „Schafe für die Ewigkeit“ hat die Stiftsbibliothek St. Gallen einen Wettbewerb für Schülerinnen und Schüler durchgeführt, an dem auch eine Gruppe unserer vorigjährigen Fünftklässler teilnahm. Dabei war der Name des Tierchens auf dem Plakat zur Ausstellung gesucht. Die Jury hat den elfjährigen Collin Albrecht aus Petersdorf-Alsmoos in der Nähe von Augsburg zum Gewinner gekürt. Das Tierchen wird nach seinem Vorschlag auf den Namen „Pergalami“ getauft. Der Stephaner Collin ist damit der Taufpate einer Jahrhunderte alten Pergament-Kritzelei. Mit 654 teils sehr interessanten Antworten von Schülerinnen und Schülern fand der Wettbewerb reges Interesse. Neben dem Namen des Tierchens mussten auch eine Begründung dazu und eine Idee, um was für ein Tier es sich handelt, gegeben werden. Dabei wurden viele originelle Vorschläge gemacht. Unter diesen stach für die Jury die Antwort des elfjährigen Stephaners Collin Albrecht hervor.

Pergalami ist gemäß seinem Vorschlag ein Kosename, der vom zoologischen Namen „Lama pergamenti Galli“ abgeleitet wird. Damit werden die Erscheinung des Tiers, das in der Tat einem Lama ähnelt, das Thema der Jahresausstellung, die sich unter anderem mit dem Thema Pergament auseinandersetzt, und der Ort St. Gallen geschickt verbunden. Collin Albrecht hat damit einen perfekt passenden lateinischen Namen gefunden.

Der Gewinner besucht die Modellklasse unseres humanistischen und musischen Gymnasiums bei St. Stephan. Seine erste Fremdsprache Latein schlägt sich erkennbar in seinem Namensvorschlag nieder und passt damit ganz in die benediktinische Bildungstradition von St. Gallen. Die Klassenlehrerin, Karina Staffler, hatte die Wettbewerbskarten im Unterricht ausgeteilt.

Collin war für die Preisübergabe das erste Mal in St. Gallen und begeistert von den Räumen und wertvollen Handschriften. Die ganze Klasse reist nun auf den Campus Galli in Messkirch, wo der frühmittelalterliche Klosterplan von St. Gallen in einer karolingischen Historienbaustelle nachgebaut wird. Zudem erhält Collin einen Bargewinn von 500 Franken. Die Preise werden vom Freundeskreis der Stiftsbibliothek gestiftet. Pergalami, wie das Tierchen jetzt heißt, ist neu auch Sujet eines T-Shirts der Stiftsbibliothek, das im Shop gekauft werden kann.

Wir gratulieren Collin von Herzen zu seinem durchschlagenden Gedanken und der Klasse 6c zur Fahrt in die Schweiz, die unter Garantie viele tolle Eindrücke und Erlebnisse bereithalten wird.