Kleiner Goldener Saal

  • Der Kleine Goldene Saal, das Rokokojuwel von 1765, in seiner heutigen Gestalt als Konzert- und Veranstaltungssaal.
  • Aus der Widmungsinschrift geht hervor, dass das Gymnasium bei St. Stephan den Saal für seine Festveranstaltungen nutzen möge („ad actus solemnes obeundos“). Nach der Schulgründung 1828 hatte der Wiederbegründer, König Ludwig I. von Bayern, den Saal 1832 (MDCCCXXXII) der Schule zugeschrieben.
  • Das Deckenfresko im Kleinen Goldenen Saal vom Künstler Matthäus Günther: Ein Blick vom belagerten Jerusalem in den theatral geöffneten Himmel
  • Die zentrale Szene im Deckengemälde aus der Hand des Freskanten Matthäus Günther von 1765: König Ahas im Gespräch mit dem Propheten Jesaia auf der Brücke vor dem belagerten Jerusalem. Der Schlussstein der Brücke zitiert die Jesaia-Verheißung „Ecce virgo concipiet“ (Siehe, eine Jungfrau wird ein Kind empfangen).
  • In der Zentralachse des Saales steht ein Stuckbaldachin mit einem Silbervorhang auf vier Rokokosäulen.
  • An einer der Fensterstreben auf der Nordseite des Kleinen Goldenen Saales sitzt ein unscheinbarer Dompfaff und lauscht den Darbietungen auf dem Podium.
  • Die Maus des Kleinen Goldenen Saales kann man manchmal sehen: Auf dem linken Seitenportal hat sie Platz genommen.
  • Das Rathaus und der Perlachturm vom Augsburger Rathausplatz bilden den Hintergrund für die südöstliche Eckkartusche: „Speculum iustitiae“ (Spiegel der Weisheit) nennt sich das Fresko.
  • Ein abendliches Konzert unter den Kristallleuchtern im Kleinen Goldenen Saal
  • „Literatur lernt sprechen“ bringt jedes Jahr im Juni mit dem Literarischen Abend der Abiturienten ein peppiges Programm in den Kleinen Goldenen Saal

Seine Gemälde gelten als meisterlich, sein Stuck als wundervoll und seine Raumakustik als einmalig: Der Kleine Goldene Saal in der Augsburger Jesuitengasse, nur wenige Gehminuten vom Gymnasium bei St. Stephan entfernt, ist wahrlich ein Juwel des Rokoko. 1765 erbaut und damit 250 Jahre alt, darf das Gymnasium bei St. Stephan diesen Saal auf königliches Geheiß Ludwigs I. von Bayern als Festsaal nutzen. Der König verfügte, dass der Saal, der als einziger Bauteil vom früheren Jesuitenkolleg St. Salvator erhalten werden konnte, dem Gymnasium „ad obeundos actus solemnes“, d.h. zum Begehen feierlicher Veranstaltungen zur Verfügung stehe. Dieses Nutzungsrecht ist bis auf den heutigen Tag gültig und gibt vielen Schulveranstaltungen einen besonderen Charakter.

Die Schülerinnen und Schüler von St. Stephan erleben diesen einmaligen Ort bei Konzerten, Vorträgen, Theaterveranstaltungen und als würdigen Rahmen für die Verleihung ihrer Abiturzeugnisse. Mit seiner grazilen Schönheit, historischen Tiefe und einmaligen Akustik passt der Kleine Goldene Saal ideal zu den Bildungsanliegen des humanistischen und musischen Profils der Schule.

 

 

Ein Festvortrag anlässlich der Wiedereröffnung des Kleinen Goldenen Saales aus dem Jahr 2005 über Geschichte und Bildprogramm des Raumes kann hier heruntergeladen werden.
Sein Titel lautet: Der Kleine Goldene Saal in Augsburg – eine AULA REGIA der Stephaner.