Offene Behinderten-Arbeit: Spenden, die ankommen

  • Stolze Eltern- und Schülervertreter stellten sich zusammen mit Aktiven der „Offenen Behindertenarbeit“ zum fröhlichen Gruppenbild zusammen.
  • Katharina Bezzel (rechts) von der OBA im Gespräch mit Christine Sommer und Christine Olbrich vom Elternbeirat und Schulleiter Bernhard Stegmann (mittleres Sofa v. r. n. l).
  • Biologielehrer Roland Spichtinger nahm als Mitglied des Schulforums an der Spendenübergabe teil und war sichtlich berührt dabei.
  • Schulleiter Bernhard Stegmann erläuterte kurz, warum der Spendenerlös des Sommerfestes heuer an die „Offene Behindertenarbeit“ geht.
  • Katharina Bezzel kann sich über die Spende aus St. Stephan richtig freuen: Die offene Behindertenarbeit hat einen erheblichen Nutzen aus dieser Spende.

Freizeiten, „Die Wilden Kerle“ und der neue Billardtisch – begeistert berichteten Teilnehmer und Leiter der OBA verschiedenen Mitgliedern der Stephaner Schulfamilie am vergangenen Sonntag von ihren Erlebnissen und Errungenschaften der vergangenen Jahre. Möglichkeit dafür war ihnen mit der Spendenübergabe des am Schulfest 2017 erwirtschafteten Geldes geboten. Vorgenommen wurde sie durch Vertreter des Elternbeirats und des Lehrerkollegiums sowie durch die Schülersprecher und den Schulleiter Bernhard Stegmann.

Der Erlös des Schulfest wird dabei in jedem Jahr zum einen Teil an den Elternbeirat zur Unterstützung schulinterner Projekte und zum anderen an eine regionale soziale Einrichtung gespendet. Der Vorschlag, der OBA den Erlös zur Ermöglichung lang erstrebter Projekte zur Verfügung zu stellen, kam in diesem Jahr aus der SMV. Und allein der überwältigende Empfang und die Dankbarkeit der Anwesenden bei der Spendenübergabe rechtfertigen diese Entscheidung voll und ganz.

OBA steht für Offene Behindertenarbeit und bietet, wie der Name vermuten lässt, eine Anlaufstelle und gleichzeitig eine zweite Familie für Behinderte jeden Alters. Sie schafft Unterstützung zu einer möglichst selbstständigen Lebensweise der Menschen, entlastet Familien und steht für Fragen jeder Art offen. Die Organisation feiert im nächsten Jahr ihr 45-jähriges Jubiläum und wird engagiert von Katharina Bezzel geleitet, wobei diese eine große Anhängerin der „Hilfe zur Selbsthilfe“-Taktik ist und eigenständige Planung und Entscheidungen unter ihren Schützlingen fördert. So werden Kurse wie „Nachholendes Lernen“ angeboten, bei dem man etwa das Wäsche waschen lernt – eine Selbstverständlichkeit für viele, allerdings gleichzeitig etwas, das vor allem Kranke oftmals nicht lernen. Darüber hinaus hat die OBA ihre eigene kleine „SMV“. Für zwei Jahre gewählte Vertreter und Vertreterinnen veranstalten innerhalb der OBA Ausflüge oder auch den monatlichen Kaffeeklatsch.

Abgesehen davon wird auch in der OBA Inklusion großgeschrieben. Bei den jährlichen Freizeiten (also Sommerfahrten ins Ausland), die für Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene angeboten werden, sind Nicht-Behinderte herzlich eingeladen und auch die Jugendgruppen sind zum Teil gemischt. Eine Ausnahme ist dabei die Jugendgruppe „Wilde Kerle“, die einerseits durch ihren Namen und andererseits durch ihre Zusammensetzung auffällt: Die Gruppe hat lediglich Jungen mit Down-Syndrom als Teilnehmer, denn vor lauter Inklusion wird diesen laut Bezzel oftmals der Kontakt zu Gleichgesinnten verwehrt.

Beeindruckt von all diesen Tätigkeiten und von der Offenheit und Aufgewecktheit der Behinderten, sowie mit einem neuen Verständnis für ein Leben mit Behinderung verließen die Stephaner an diesem Sonntag das OBA-Zentrum. Man kann wohl für beide Seiten sprechen: Erfahrungen, die mehr als bereichernd sind, an einem überaus gelungenen und berührenden Nachmittag.