Ein „silbernes Band“ zwischen Bayern und Epirus

  • Mit ersten Kennenlernspielen nach der Ankunft beginnt der Griechenlandaustausch 2026, untermalt vom Song 99 Luftballons“: Die Austauschpartner kommen in Ioannina schnell in Kontakt.
  • Ein griechisch-deutsches Domino können die Jugendlichen mit gegenseitiger Hilfe schnell lösen.
  • Hier entstehen Kupferplättchen mit Fragen an das Orakel von Dodona nach antikem Vorbild.
  • Ob die Schülerinnen und Schüler wohl eine Antwort auf ihre Fragen bekommen? Die Frage eines Schülers, ob wir eine gute Zeit haben werden, lässt sich zumindest mit einem klaren Ja“ beantworten!
  • Die Schülerinnen und Schüle erfahren im Ausgrabungsgelände spannende Infos über die Orakelstätte von Dodona.
  • Ein gemeinsames Bild vor dem Theater der Orakelstätte von Dodona führt alle zusammen, auch die Augsburger Begleitlehrer Katharina Pitiakoudes (2. v. l.) und Daniel Wübbena (rechts) sind dabei.

Gut gelaunt und mit einem Koffer voller Vorfreude machte sich die Gruppe aus zehn Schülerinnen und Schülern sowie zwei Lehrkräften am Samstag, den 14. März, auf den Weg nach Griechenland. Ziel: Die wunderschöne Stadt Ioannina im Nordwesten des Landes. Nach der Landung in Thessaloniki und einer längeren Busfahrt wurden wir in Ioannina am Modellgymnasium Sosimäas äußerst herzlich empfangen. Die Austauschpartner hatten sich schnell gefunden und freudig begrüßt. Es war uns bereits jetzt klar, dass uns eine erlebnisreiche und gelungene Woche bevorstehen würde.

Der Sonntag durfte mit den Gastfamilien verbracht werden, und wurde von den meisten für einen Ausflug nach Nikopolis genutzt. Die antike Stadt wurde von Octavian, dem späteren Kaiser Augustus, nach seinem Sieg in der Seeschlacht von Actium gegründet und war einst ein bedeutendes Zentrum der Region. Von dort ging es weiter nach Preveza ans Meer – bei strahlendem Sonnenschein, Meeresrauschen und gutem Essen ließen viele den Tag ausklingen.

Am Montag lernten wir die Schule näher kennen: In der Turnhalle wurde bei Kennenlernspielen schnell das Eis gebrochen. Auch der Unterricht kam nicht zu kurz: In einer gemeinsamen Altgriechischstunde erarbeiteten sich die Schülerinnen und Schüler die Schildbeschreibung aus der Ilias – passend zu unserem diesjährigen gemeinsamen Austauschmotto Silber“. Es folgten interessante Schülerpräsentationen über Ioannina, seine Geschichte sowie über die Zosimades-Brüder, bedeutende Förderer der Stadt und Namensgeber unserer Austauschschule. Ein weiteres Highlight war der anschließende Ausflug zur antiken Orakelstätte von Dodona, dem ältesten Orakel Griechenlands, in dem einst die rauschenden Blätter der heiligen Eiche des Zeus als Stimme des Gottes gedeutet wurden.

Der Dienstag stand ganz im Zeichen von Kreativität und Moderne: Im Kunstunterricht fertigten wir nach dem Vorbild der antiken Orakeltäfelchen von Dodona eigene Täfelchen an. Auf solchen Täfelchen schrieben die Menschen ihre Fragen an das Orakel. Danach ging es zur Universität, wo wir nicht nur griechische Tänze lernten (mit viel Gelächter und erstaunlichem Rhythmusgefühl), sondern auch in die Zukunft eintauchten: Mithilfe von Virtual-Reality-Brillen erkundeten wir eine Art digitales Museum zu griechischen Tänzen, das derzeit von Studierenden entwickelt wird.

  • Die gemeinsame Tanzstunde in der Universität von Ioannina bringt alle richtig in Schwung und ist ein voller Erfolg!
  • Die Schülerinnen und Schüler entdecken an der Universität griechische Tänze per Virtual-Reality-Brille.
  • Ein gemeinsames Bild, bevor es ins Archäologische Museum geht: Im Hintergrund liegt der schöne Pamvotis-See von Ioannina.
  • Im Silberschmiedemuseum von Ioannina lassen sich viele prächtige Exponate und exzellente Handwerksarbeiten entdecken.
  • Ein chemisches Experiment, das viel Freude bereitete – die Schülerinnen und Schüler stellen Slime“ her.
  • Die beeindruckende Tropfsteinhöhle von Perama, nur vier Kilometer vom Stadtzentrum Ioanninas entfernt, zeigt auf einem Rundgang von über einem Kilometer rund 20 verschiedene Formen von Stalagmiten und Stalaktiten.
  • Nach einer so schönen Woche fällt allen der Abschied schwer – Wir sehen uns in Augsburg!

Am Mittwoch erfuhren wir Spannendes zur Geschichte und dem Handwerk der Region. Im archäologischen Museum bestaunten wir zahlreiche Funde aus der Antike und konnten auch die originalen Orakeltäfelchen sehen. Besonders eindrucksvoll war jedoch der Besuch im Silberschmiedemuseum. Ioannina ist für seine Tradition des Silberschmiede-Handwerks bekannt: Fein gearbeiteter Schmuck und kunstvolle Alltagsgegenstände zeugen davon. Passend zu unserem Austauschmotto Silber“ durften die Schülerinnen und Schüler in einem Workshop sogar selbst kleine Wachsfiguren für dekorative Silberbäume gießen.

Auch der Donnerstag hatte einiges zu bieten: Im Chemieunterricht stellten die Schülerinnen und Schüler selbst Slime“ her. Anschließend ging es zur beeindruckenden Tropfsteinhöhle von Perama, deren faszinierende Formationen für Staunen sorgten. Weiter führte uns der Tag zur Insel im Pamvotis-See, wo wir das Museum von Ali Pascha und der Revolutionszeit besuchten. Eine kurze Bootsfahrt (nicht ohne vorherigen Baklava-Kauf!) brachte uns zurück ans Festland. Das gemeinsame Abendessen mit Schülern, Eltern und Lehrkräften bildete den stimmungsvollen Abschluss der gelungenen Woche.

Auf unserer Rückfahrt nach Thessaloniki legten wir einen Zwischenhalt in Vergina, der antiken Hauptstadt der Makedonen ein, um in dem beeindruckenden archäologischen Museum die Königsgräber der Makedonen anzusehen. Besonders sehenswert war das Grab von Philipp II., Vater von Alexander dem Großen.

Am Freitag mussten wir schweren Herzens Abschied nehmen, doch es bleibt – getreu nach unserem Austauschmotto – ein silbernes Band“ zwischen Bayern und Griechenland. Wir bedanken uns bei unseren Gastgebern für die große Herzlichkeit und die schöne Zeit!