Wehrpflicht: Spezialistentum vs. Zusammenhalt
Am 17. April 2026 verwandelte sich die Große Aula von St. Stephan in einen Ort intensiver Debattenkultur: In Anlehnung an das ZDF-Format „13 Fragen“ setzten sich Schülerinnen und Schüler mit einer ebenso aktuellen wie kontroversen Frage auseinander: Die mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland.
Charakteristisch für das Format war die klare räumliche Positionierung der Teilnehmenden: Zwischen Zustimmung und Ablehnung konnten sie nicht nur ihre Haltung sichtbar machen, sondern diese im Verlauf der Diskussion auch verändern und auf die Gegenseite bei Zustimmung zugehen oder sich bei Ablehnung eines Redebeitrags wieder nach hinten bewegen. So entstand ein dynamischer Austausch, der von den Moderatorinnen Frieda Rothe und Emma-Fe Miller gekonnt moderiert wurde.
Zusätzlich zum Geschehen auf dem Podium wurde regelmäßig das Stimmungsbild des Publikums eingeholt, das – angestoßen durch die Moderatorinnen – mit grünen und roten Karten auf Statements oder Aussagen der Diskussionsteilnehmer reagieren konnte. Die Pro-Seite, vertreten durch Elias Kirner, Noah Beducker und Jette Schwarzer, hob insbesondere die Bedeutung der Wehrpflicht für den gesellschaftlichen Zusammenhalt hervor. Sie argumentierten, ein verpflichtender Dienst könne nicht nur die Verteidigungsfähigkeit stärken, sondern auch jungen Menschen wertvolle Orientierung und Verantwortung vermitteln.
Demgegenüber stellten Jakob Palme, Johannes Herold und Isabella Saico auf der Contra-Seite kritische Fragen zur Vereinbarkeit einer Wehrpflicht mit individuellen Freiheitsrechten. Zudem bezweifelten sie, ob ein verpflichtender Dienst den Anforderungen einer modernen, hochspezialisierten Armee gerecht werden könne.
Der Abend endete schließlich mit der Möglichkeit für das Publikum sich an Tischen mit Impulsfragen bei Getränken auszutauschen