Auf den Spuren von Oskar und Albrecht
Zu Besuch bei Albrecht Dürer
Ein Höhepunkt war das Albrecht-Dürer-Haus. Dort schlüpften die Schülerinnen und Schüler mitten hinein in das Leben des berühmten Künstlers. Besonders unterhaltsam berichtete Agnes Dürer bei einer Führung aus dem Alltag ihres Mannes. Die Kinder erfuhren, dass Albrecht Dürer z.B. großen Wert auf kostbare Kleidung legte und dass seine berühmten Locken auf den Selbstporträts keineswegs Zufall waren – Agnes musste sie ihm sorgfältig eindrehen.
Ganz nebenbei lernten die Fünftklässler auch den Unternehmer Dürer kennen. Denn der berühmte Nürnberger war nicht nur ein außergewöhnlicher Maler, sondern ebenso ein erfolgreicher Grafiker. Obwohl sein Vater ihn gerne als Goldschmied gesehen hätte, entschied sich Dürer für seinen eigenen Weg. Mit seinen Druckgrafiken wurde er weit über Nürnberg hinaus bekannt und richtete in seinem Wohnhaus eine Art „Start-up“ eine – seine eigene Druckwerkstatt. Vieles davon waren den Schülerinnen und Schülern bereits aus dem Kunstunterricht vertraut. Dort hatten sie sich intensiv mit Dürers Werk beschäftigt und selbst Drucktechniken ausprobiert. Im Dürer-Haus wurde dieses Wissen nun auf anschauliche Weise lebendig.
Gänsehaut im Lochgefängnis
Ein besonders spannender wie gruseliger Programmpunkt war der Besuch des historischen Lochgefängnisses unter dem Nürnberger Rathaus. Im Roman spielt dieser Ort eine wichtige Rolle, denn hier wird die Baderin Kathrin eingesperrt. Beim Gang durch die dunklen, engen Zellen und beim kurzen Blick in die Folterkammer ließ sich gut nachempfinden, wie beklemmend es gewesen sein muss, dort auf sein Urteil zu warten. Für viele war dies einer der eindrucksvollsten Momente des Tages.
Lernen über den Unterricht hinaus
Weiter ging es auf den Spruen des Romans: die Kaiserburg mit ihrer Bastion, einzelne Stadttore, die großen Nürnberger Kirchen, das Heilig-Geist-Spital und der Hauptmarkt. Immer wieder hieß es: „Hier waren wir doch auch im Buch!“ So verbanden sich die Bilder aus der Lektüre mit den Eindrücken vor Ort zu einem ganz besonderen Erlebnis. Der Wandertag machte damit eindrucksvoll spürbar, wie wertvoll außerschulische Lernorte sind. Wo im Klassenzimmer gelesen, analysiert und gestaltet wurde, konnten die Schülerinnen und Schüler die Geschichte nun mit eigenen Augen sehen und mit allen Sinnen erleben.