Lagerfeuer, Römer und Sonnenenergie in Stoffenried
Auf Entdeckungsreise zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Dass Lernen weit über Schulbücher hinausgehen kann, zeigte sich bereits in den ersten Tagen. In der Kreisheimatstube Stoffenried öffnete sich ein Fenster in die Lebenswelt des 19. Jahrhunderts. Statt Geschichte lediglich zu betrachten, durften die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv werden: Am Spinnrad zeigte sich schnell, warum „spinnen“ gar nicht so einfach ist, mit einem historischen Waffeleisen entstanden duftende Waffeln, und alte Kinderspiele wie Stelzenlaufen, Schindelwerfen oder Tauziehen sorgten für ebenso viel Begeisterung wie manches moderne Freizeitangebot.
Auch im Schulmuseum Ichenhausen wurde Geschichte lebendig. Unter dem Motto „Salve Roma“ waren die Stephanerinnen und Stephaner ganz in ihrem Element. Fragen rund um das Römische Reich und die lateinische Sprache lösten sie mit beeindruckender Sicherheit. Besonders reizvoll erwies sich Caesars berühmte Geheimschrift: Nachdem verschlüsselte Botschaften erfolgreich dechiffriert worden waren, entwickelten die Schülerinnen und Schüler mit großer Kreativität eigene Codes. Römische Spiele wie Mühle rundeten den Vormittag ab – und ein selbst gestaltetes Spielbrett aus Filz mit hölzernen Spielsteinen durfte schließlich als Erinnerung mit nach Hause genommen werden.
Zukunft gestalten – mit der Kraft der Sonne
Den Blick nach vorn richtete der Projekttag mit dem „Mooseum“. Im Mittelpunkt standen erneuerbare Energien, Nachhaltigkeit und die Frage, wie verantwortungsvolles Handeln in unserem Alltag gelingen kann. Dabei blieb es nicht bei theoretischen Überlegungen: Mit Sonnenenergie wurde nahezu das gesamte Mittagessen zubereitet, sogar Pfannkuchen und Muffins gebacken. So verbanden sich naturwissenschaftliche Erkenntnisse, praktisches Arbeiten und gemeinsames Genießen zu einer Erfahrung, die Zukunftsthemen greifbar machte.
Was wirklich bleibt
So vielfältig das Programm auch war – das Wertvollste ließ sich weder planen noch organisieren. Es entstand in den vielen kleinen Augenblicken dazwischen: während der Wanderung durch den Wald, die neben manchen müden Beinen vor allem Zeit für Gespräche, gemeinsames Singen und gegenseitiges Kennenlernen schenkte; beim Kochen und Essen, bei Kooperationsspielen, auf dem Fußballplatz oder am Lagerfeuer, als Marshmallows über den Flammen geröstet wurden und Lieder, Gelächter und gute Laune bis in den Abend hinein die Runde machten. Gerade diese gemeinsamen Erfahrungen machten die Schullandheimwoche zu etwas Besonderem. Aus Begegnungen entstanden Freundschaften und aus vielen einzelnen Erlebnissen wuchs ein Zusammenhalt, der weit über die fünf Tage in Stoffenried hinausreichen wird.