Abiturkonzert 2018: Taktvolle Talente

  • Lukas Maucher spielte Richard Strauß (1864-1949): Waldhornkonzert Es-Dur, Allegro
  • Carolina Rosa, Anouk David und Fabian Zahn (v. r. n. l.) zeigten sich mit Theodor von Schachts (1748-1823) Konzertante für drei Klarinetten, sie spielten Rondo und Allegro.
  • Donata Ott bot aus Reinhold Glières (1875-1956) Waldhornkonzert das Moderato und das Vivace.
  • Maiken Traumüller sang aus Antonin Dvořáks (1841-1904) „Rusalka“ das „Lied an den Mond“.
  • Markus Schuster – zugleich Preisträger des „Preises der Musik 2018“ – bei Nikolai Rimski-Korsakows (1844-1908) „Hummelflug“ für Xylophon und Orchester

Der Jahrgang 2018 ist im Großen Orchester von St. Stephan ein „Qualitätsjahrgang“. Das Abiturientenkonzert am 28. Juni trat dafür den Beweis an. Zehn Absolventinnen und Absolventen kamen als Solisten auf das Podium im Kleinen Goldenen Saal und zeigten, was in ihnen steckt. Und noch eine Qualität hat dieser Jahrgang: Nahezu alle Solisten kehren nach ihren Soloauftritten zurück in die Orchesterregister, wo sie als Teil des großen Ganzen auch eine wichtige Rolle in der Begleitung ihrer Freundinnen und Freunde spielen.

Starke Bläser prägten das Konzert mit. Lukas Maucher am Horn begann mit Richard Strauss’ Waldhornkonzert Es-Dur und eröffnete den Abend mit seinem weichen, leichten und agilen Spiel gekonnt. Ebenfalls am Horn präsentierte sich Donata Ott. Ihr Waldhornkonzert stammt aus der Feder von Reinhold Glière und bot in gleicher Weise flächige wie dynamisch galoppierende Partien. Das markante Stück mit Schlagwerk und drängender Gegenschlag-Rhythmik gelang fulminant und bereitete auch den Orchesterfreunden viel Freude, die gekonnt begleiteten.

Theodor von Schacht, ab 1773 Thurn-und-Taxis’scher Hofmusikintendant zu Regensburg, wurde dem Publikum mit einem Stück für drei Klarinetten vorgestellt. Caroline Rosa, Anouk David und Fabian Zahn, die seit Jahren schon im Trio zusammenspielen, holten die heitere Lebendigkeit des Rondo und des Allegro gekonnt ans Licht. Außergewöhnliches bot Lukas Faschingbauer an der Tuba mit Edward Gregsons Tubakonzert: Das tolle, impulsstarke Stück gestaltete er weich und melodiös, gesanglich und fundiert, vor allem aber rhythmisch präzise.

Mozart kam mit dem Violinkonzert G-Dur ins Programm, aus dem Benedikt Renner das Allegro feinfühlig spielte. Besonders beeindruckte seine sehr ausdrucksstarke, konzentriert dargebotene und intensiv durchlebte Kadenz als Gipfel seiner Darbietung.

  • Lukas Faschingbauer spielte aus Edward Gregsons (* 1945) Tubakonzert das Allegro deciso.
  • Benedikt Renner brachte Wolfgang Amadeus Mozarts (1756-1791) Violinkonzert G-Dur im Allegro-Satz zu Gehör.
  • Johannes Bettac am Flügel mit Sergei Rachmaninoffs (1873-1943) Klavierkonzert Nr. 2, Op. 18, aus dem er dem 1. Satz Moderato spielte
  • Das Große Orchester füllt das Podium im Kleinen Goldenen Saal.

Dvořáks „Lied an den Mond“ aus der Oper „Rusalka“, geboten von Maiken Traumüller, führte hinein in den slawisch-russischen Schwerpunkt des Abends. An Dvořáks elegisch-träumerisches Stück fügte sich Markus Schuster mit dem Xylophon an und ließ Rimski-Korsakows „Hummelflug“ brillant aufblitzen. Höhepunkt der Solonummern war ohne jeden Zweifel Sergei Rachmaninoffs Klavierkonzert Op. 18, dessen 1. Satz Johannes Bettac überlegt und überlegen darbot: Das unablässige Laufwerk verknüpfte der Solist mit einer vielschichtigen Dynamik und durchdrungener Rhythmik, effektsicher und tongesättigt vom Orchester begleitet.

Nach 2017 wurde heuer zum zweiten Mal der mit 200 Euro dotierte „Preis der Musik“ von St. Stephan überreicht. Ausgelobt vom Ehepaar Anna Maria Guggemos-Reisch (Abs. 1986) und Rudolf Reisch (Abs. 1976) ging die Würdigung „für herausragende Leistungen im Bereich der Musik“ an Markus Schuster: Er ist nicht nur ein begabter und stilistisch vielseitiger Schlagwerker, sondern führte auch sein Register der Schlaginstrumentalisten stets mit Umsicht und großem Gespür für die Professionalität vor und hinter dem Podium, vom anspruchsvollen Instrumententransport bis zur Aufführung. Neben den Faktoren Fleiß, Ruhe und unablässige Suche von Herausforderungen nannte Schulleiter Bernhard Stegmann, der in Vertretung der Eheleute Reisch die Ehrung vornahm, auch den Humor als Merkmal des sichtlich berührten Preisträgers.

Heiter überreichte Gaben an Orchesterleiter Ulrich Graba, verbunden mit dem Dank der Absolventinnen und Absolventen für bleibende Erinnerungen in Proben, Probenfreizeiten und vielen Konzerten führten in den letzten Programmpunkt hinein: Der Walzer aus Tschaikowskys „Eugen Onegin“ rundete diesen reichen Abend gelungen ab.

  • Johannes Bettac, Markus Schuster und Maximilian Schönau überbrachten Gaben und Dankesreden an Orchesterleiter „Uli“ Graba.
  • Verdienter und dankbarer Applaus am Ende eines schwungvollen und facettenreichen Konzerts