Adventsgedanken vom 15. Dezember

  • Advent – Zeit der Gedanken, die ein Tor ins Licht aufstoßen können (Bild: Peter A., pixelio)

Dankbarkeit

In den Augsburger Straßenbahnen gibt es Schilder, die darauf hinweisen, dass man älteren Menschen einen Sitzplatz anbieten soll, da sie einen schlechteren Gleichgewichtssinn haben als wir Jüngeren. Zunächst empfand ich es so, dass diese Schilder sinnlos sind, da die älteren Leute einen doch schließlich fragen könnten. Doch nach einer Weile des Nachdenkens fiel mir auf, dass es für manche Menschen auch unangenehm sein könnte, um einen Sitzplatz betteln zu müssen.

Ich sitze in einer vollen Straßenbahn, als eine Dame mit Rollator hereinkommt. Gleich fragen mehrere Fahrgäste, ob sie sich hinsetzen möchte. Auch ich biete meinen Platz an. Die Dame ist sehr erfreut über die Einfühlsamkeit und bedankt sich immer wieder dafür, dass sie sich setzen kann. Zwei glückliche Menschen fahren jetzt mit: Die alte Dame und ich, der ihren Dank entgegennehmen darf.

Gerade im Advent will ich nicht nur öfters Rücksicht auf andere Menschen nehmen. Ich will auch anderen für ihre Rücksicht danken. Denn der Dank bewirkt, dass diejenigen, die geholfen haben, sich verstanden und geschätzt fühlen können.

Das alles kann man sich zutrauen ohne irgendwelche Hinweisschilder!

Entstanden in der Schreibwerkstatt „Adventsgedanken“ der Jahrgangsstufe 10