Auf den Spuren von Oskar und Albrecht

  • Hoch über Nürnberg auf der Kaiserburg konnten die Schülerinnen und Schüler nochmals die Wege von Oskar durch das mittelalterliche Nürnberg nachvollziehen.
  • Dreiteilige Altarbilder, (Selbst)porträts und Stillleben — Agnes“ Dürer, die Ehefrau des Malers, gab den Schülerinnen und Schülern spannende Einblicke in das Leben der Familie, die Spleens“ des Künstlers und das Leben im 15. Jahrhundert.
  • So erfuhren sie z.B., wie Farben hergestellt wurden und welche besonderen Pigmente Albrecht Dürer für die seinen verwendete.
  • Zudem hörten Sie, dass Albrecht Dürer eine ganz neue Geschäftsidee entwickelte und viel Geld mit Drucken verdiente, die er in der eigenen Werkstatt herstellte und überall in Europa verkaufte — z.B. das berühmte Rhenozerus.
  • Der coolste Stop des Tages: Eine kühle Erfrischung aus Nürnbergs bester Eisdiele durfte keinesfalls fehlen.
  • Auch das Drehen am Ring des Schönen Brunnes auf dem Hauptmarkt gehört zu einem Nürnberg-Besuch dazu …
  • … bevor das Wahrzeichen der Stadt, die Kaiserburg und ihre angrenzenden Bastionen, zu Fuß erkundet wurden.

Zu Besuch bei Albrecht Dürer

Ein Höhepunkt war das Albrecht-Dürer-Haus. Dort schlüpften die Schülerinnen und Schüler mitten hinein in das Leben des berühmten Künstlers. Besonders unterhaltsam berichtete Agnes Dürer bei einer Führung aus dem Alltag ihres Mannes. Die Kinder erfuhren, dass Albrecht Dürer z.B. großen Wert auf kostbare Kleidung legte und dass seine berühmten Locken auf den Selbstporträts keineswegs Zufall waren – Agnes musste sie ihm sorgfältig eindrehen.

Ganz nebenbei lernten die Fünftklässler auch den Unternehmer Dürer kennen. Denn der berühmte Nürnberger war nicht nur ein außergewöhnlicher Maler, sondern ebenso ein erfolgreicher Grafiker. Obwohl sein Vater ihn gerne als Goldschmied gesehen hätte, entschied sich Dürer für seinen eigenen Weg. Mit seinen Druckgrafiken wurde er weit über Nürnberg hinaus bekannt und richtete in seinem Wohnhaus eine Art Start-up“ eine – seine eigene Druckwerkstatt. Vieles davon waren den Schülerinnen und Schülern bereits aus dem Kunstunterricht vertraut. Dort hatten sie sich intensiv mit Dürers Werk beschäftigt und selbst Drucktechniken ausprobiert. Im Dürer-Haus wurde dieses Wissen nun auf anschauliche Weise lebendig.

Gänsehaut im Lochgefängnis

Ein besonders spannender wie gruseliger Programmpunkt war der Besuch des historischen Lochgefängnisses unter dem Nürnberger Rathaus. Im Roman spielt dieser Ort eine wichtige Rolle, denn hier wird die Baderin Kathrin eingesperrt. Beim Gang durch die dunklen, engen Zellen und beim kurzen Blick in die Folterkammer ließ sich gut nachempfinden, wie beklemmend es gewesen sein muss, dort auf sein Urteil zu warten. Für viele war dies einer der eindrucksvollsten Momente des Tages.

  • Gruselig und spannend zugleich: Die Lochgefängnisse unter dem alten Nürnberger Rathaus jagten manchem einen kalten Schauer über den Rücken.

Lernen über den Unterricht hinaus

Weiter ging es auf den Spruen des Romans: die Kaiserburg mit ihrer Bastion, einzelne Stadttore, die großen Nürnberger Kirchen, das Heilig-Geist-Spital und der Hauptmarkt. Immer wieder hieß es: Hier waren wir doch auch im Buch!“ So verbanden sich die Bilder aus der Lektüre mit den Eindrücken vor Ort zu einem ganz besonderen Erlebnis. Der Wandertag machte damit eindrucksvoll spürbar, wie wertvoll außerschulische Lernorte sind. Wo im Klassenzimmer gelesen, analysiert und gestaltet wurde, konnten die Schülerinnen und Schüler die Geschichte nun mit eigenen Augen sehen und mit allen Sinnen erleben.

  • Der zentrale Schauplatz des Romans Oskar und das Geheimnis der verschwundenen Kinder”: Das Heilig-Geist-Spital