Coronabitur 2020

  • Corona-Abitur 2020: Beim Blick in einen der drei Prüfungsräume wirken die diesjährigen schriftlichen Abiturprüfungen wie immer …

Das Abitur 2020 wird unvergesslich bleiben: Schulschließung in der Phase der Prüfungsvorbereitung, mehrere Wochen Unklarheit über die Durchführbarkeit der Prüfungen, fehlende Leistungen für die Berechnung der Semesternoten, Rückkehr der Q12 als „Speerspitze“ eines Schulneustarts …

Punktgenau mit dem letzten Schultag vor den Pfingstferien, mit Freitag, den 29. Mai 2020 sind die drei nach hinten verschobenen schriftlichen Abiturprüfungen ruhig zu Ende gegangen. An St. Stephan nahmen alle 74 Prüflinge ohne Hindernisse an den Prüfungen teil. Die Abiturientinnen und Abiturienten hatten zuvor über drei Wochen hinweg gezeigt, wie Schule unter Abstandsregeln, Hygiene- und Mundschautzanforderung gelingen kann. Zum überwiegenden Teil wurden die Vorgaben besonnen eingehalten. Der Aufwand zur Einrichtung der Prüfungsräume war deutlich erhöht als in anderen Jahren, die laufenden Prüfungen jedoch liefen sehr routiniert ab. Aufgrund der erhöhten Zahl an Räumen war allerdings auch eine spürbar erhöhte Zahl an Aufsichten vonnöten.

Sorgen aus dem Kultusministerium, wo für den Fall von Schulschließungen durch aufflammende Corona-Ausbrüchen oder erneute Quarantäne-Notwendigkeiten über weitere Regionen hinweg eine zweite, wiederum verschobene Prüfungswelle wohl vorgeplant wurde, bewahrheiteten sich – Gott sei Dank! – nicht.

Mehr Kummer bereitete ein Vorfall in Bamberg zwei Tage vor Prüfungsbeginn: Am dortigen Kaiser-Heinrich-Gymnasium waren Unbekannte eingebrochen und hatten Abiturprüfungen aus einem Tresor gestohlen. In ganz Bayern mussten daher neue Prüfungsaufgaben gestellt werden, was mehrere Fächer betraf. Den damit verbundenen Mehraufwand bei der Vorbereitung der Prüfungsunterlagen steckten die Schulen angesichts vieler arbeitsintensiver Umstände locker weg.

Zu beklagen waren ganz andere „Verluste“: Keine Mottowoche der Abiturientinnen und Abiturienten. Keine Gruppen- oder Jahrgangsfotos zu den Themen „Kindheit“, „Lieblingslehrer“ oder „Geschlechtertausch“. Keine Kofferraum-Parties nach Prüfungsende. Bedauerlich war auch, dass der Segnungsgottesdienst, den Abt Theodor alljährlich zum Prüfungsauftakt anbietet, entfallen musste. Viele Schülerinnen und Schüler nahmen freilich das Angebot an, eine Kerze in der Stiftskirche an den Prüfungstagen entzünden zu lassen. Die Begleitung aus diesem „Kraftort“ heraus war spürbar an drei ruhigen und zielstrebigen Tagen.

Nun stehen die beiden Prüfungswochen für die Kolloquien ins Haus. Auch dazu wünschen wir mit den Mutmach-Käfern des Elternbeirats einen klaren Kopf, gute Gedanken und viel Erfolg.