Das Leben im Mittelpunkt

  • Schülerinnen und Schüler aus Augsburg sowie aus den Landkreisen Augsburg-Land und Aichach-Friedberg heben den Daumen: St. Stephan hat erneut dazu beigetragen, die Zahl derer zu erhöhen, die zu einer Knochenmarkspende über die DKMS bereit sind.
  • Brigitte Lehenberger von der DKMS (rechts) gelang es wieder, die Schülerinnen und Schüler der Q12 mit dem sensiblen Thema der Knochenmarkspende zu erreichen.
  • Der digitale Workshop zum Oktoberfest-Attentat von 1980 holte mit Schauspielern eine Fülle von Informationen in die Klassenzimmer, mit denen sich die künftigen Abiturientinnen und Abiturienten in Diskussionsrunden tiefer befassten.

Der Studientag der Q12 am Mittwoch, den 22. September 2021, gestaltete sich in diesem Jahr in zweigeteilter Form. Im ersten Abschnitt besuchte Brigitte Lehenberger, eine Vertreterin der DKMS, der Deutschen Knochenmarkspende, unsere Schule, worauf ein digitaler Workshop rund um das Oktoberfestattentat in München 1980 folgte.

Zunächst fanden sich die Schülerinnen und Schüler in der Kleinen Aula der Schule ein, um einen rund anderthalbstündigen Vortrag der DKMS, der gemeinnützigen Organisation in Deutschland, bei der ehrenamtliche Helferinnen und Helfer darum bemüht sind, immer mehr Menschen zu typisieren, um von Blutkrebs betroffenen Patienten durch eine Stammzellenspende zu helfen, zu hören. Da es hierzu eines genetischen Zwillings bedarf, ist es das Anliegen der DKMS, ihre Kartei stetig auszubauen und zu erweitern. Dieses Thema stand im Mittelpunkt der Aktion.

Die Schülerinnen und Schüler wurden über die Einschränkungen zur Spende, die Risiken, aber insbesondere über den großen Gewinn für beide Seiten aufgeklärt, bevor sie die Möglichkeit hatten, sich selbst typisieren zu lassen. Getreu dem Motto „Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein“, machten von dieser Chance über fünfzig Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs Gebrauch. Ein überwältigender Erfolg, wie die ehrenamtliche Mitarbeiterin der DKMS anerkennend feststellte.

Im Anschluss an eine kurze Pause ging es in die zweite Sequenz des Tages. Das Ensemble der Münchner Kammerspiele hatte ein Theaterstück zum Münchner Oktoberfestattentat vom 26. September 1980 entwickelt. Aus diesem waren für den vorgesehenen Workshop vier eindrucksvolle Filmabschnitte ausgewählt worden, die nun dem in kleinere Gruppe aufgeteilten Jahrgang vorgespielt wurden. Dazwischen gab es Gelegenheit zu Diskussion und Austausch, wobei vor allem die Fortführung der „Wiesn“ nach dem Anschlag und die offensichtlichen Fehler bei den Ermittlungen der Behörden der 1980er-Jahre im Mittelpunkt standen. Die drastisch nachgestellten Szenen führten die Brutalität dieses Aktes rechten Terrors unmissverständlich vor Augen.

Nach angeregtem Gespräch beschloss die Gruppe am Mittag ihren Studientag; was bleibt sind viele potentielle Stammzellenspender und eine intensive Anregung zum Nachdenken über den Umgang mit Terror in der jüngeren Bundesrepublik.