Ein kochender Saal

  • Das Nachwuchsorchester „Sinfonietta“ eröffnet die Serenade, mit der die Probentage der Orchesterensembles ihren Abschluss fanden.
  • Altstephanerin Vera Decke führte den Stab bei den Darbietungen der „Sinfonietta“.
  • Schulleiter Bernhard Stegmann begrüßte die Gäste im komplett gefüllten Kleinen Goldenen Saal.
  • Solokonzerte prägten den Mittelteil des „heißen“ Abends: Sophia Thumm spielte den Czardas von Vittorio Monti (1868-1922).
  • Am Cello bot Julia Maucher das Moderato aus Joseph Haydns (1732-1809) Violoncellokonzert C-Dur.
  • Anna Mangold am Englischhorn gestaltete das Divertimento aus dem Concertino von Dirk Michael Kirsch (*1965).
  • Das Violinkonzert g-Moll von Max Bruch (1838-1920) präsentierte Laurin Braun mit dem Adagio-Satz.

„Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt“, so lautet ein leicht verändertes Zitat von Hesiod. Davon können die Musikerinnen und Musiker der diesjährigen Serenade in mehrfacher Hinsicht, wie man so schön sagt, „ein Lied singen“. Nach den schönen, aber auch arbeitsintensiven und sommerlich warmen Probentagen in Memhölz wurde auch der Konzertabend zu einer Hitzeschlacht, die viel Schweiß kostete, aber auch großen Erfolg einbrachte.

Den beschwingten Anfang machte das Nachwuchsorchester „Sinfonietta“ mit einem Tanz und bekannter Filmmusik „The dark knight“. Unter der Leitung der Altstephanerin Vera Decke zeichnete sich das Orchester durch Spielfreude und vollen Klang aus. Es folgte das Große Orchester, das mit zahlreichen neuen Mitgliedern, die den abgegangenen Abiturienten nachfolgten, wieder beeindruckende Stärke zeigte. Bunt gemischt war der Reigen der Solokonzerte, die im ersten Teil dargeboten wurden: Haydn, Mozart, Bruch, Monti – die Streicher-Solisten (von der 6. bis zur 11. Klasse) brillierten durch Intonationssicherheit, Klangschönheit und professionelles Auftreten. Eine etwas andere Farbe in das sonst sehr klassische Programm brachte die Uraufführung eines Werkes für Englischhorn von Dirk Michael Kirsch. In diesem getragenen, rhythmisch anspruchsvollen Divertimento wurde der warme, elegische Ton dieses nicht so häufig als Soloinstrument eingesetzten Holzblasinstruments aus der Familie der Oboen wunderbar zur Geltung gebracht. Alle Solistinnen und Solisten wurden phrenetisch gefeiert: Der vollbesetzte Saal kochte vor Begeisterung, wie auch vor der stehenden Hitze.

  • Das Große Orchester unter Leitung von Dr. Ulrich Graba bot den Abschluss der Serenade mit frisch aus den Probentagen mitgebrachten Werken von Beethoven und Johann Strauss.
  • Blick rund um die Kontrabass-Ecke des Orchesters …
  • … in das Cello-Register …
  • … und auf die Harfenistin.
  • Zum Abschluss noch das Schlagwerk-Register in voller Aktion.

Im zweiten Teil stand das Symphonieorchester, das souverän z.T. in kleinerer Besetzung im ersten Teil als Begleitung fungierte, als Klangkörper im Mittelpunkt. Bei Beethovens erster Symphonie – die Dramatik wurde durch Blitze von außen noch gesteigert – und der Ouvertüre zum „Zigeunerbaron“ von Johann Strauss strahlten die Schülerinnen und Schüler große Ernsthaftigkeit und Konzentration, aber auch ebenso viel Freude und Begeisterung für die Musik aus. Unter der Leitung von Dr. Ulrich Graba, der mit ihnen auch Details der Kompositionen in der Probenwoche erklärt und studiert hatte, lief das Orchester zu Bestform auf. Die Begeisterung des Publikums war der verdiente Lohn für eine so beeindruckende Leistung: Ein russischer Tanz von Liadow war die pfiffige Zugabe.