Geschichte hörbar machen

  • Die Schülerinnen und Schüler nach getaner Arbeit und erfolgreich eingesprochenen Texten im Tonstudio.
  • Konzentriertes Arbeiten am Textskript und immer wieder üben, üben, üben ..
  • Mit Marker und Anmerkungen wird der eigene Lesetext aufbereitet.
  • Traditionelle Feste und ihre Entstehen – wie hier das Michaelifest – werden in den podcasts näher beleuchtet.
  • Fast alle Sprecher drängen sich bei machen Texten um das Mikrofon, um die podcasts zur Stadtgeschichte einzusprechen.

„Wie soll denn der Theo sprechen? Mit Dialekt oder ohne?“, fragt eine Schülerin bei der Vorbereitung der podcast-Texte. Theo ist die Hauptfigur in den drei Episoden über das Thema Krieg in Augsburg. Mit seiner Zeitmaschine landet er ungewollt an verschiedenen Schauplätzen, beobachtet historische Persönlichkeiten und erlebt die Not, das Leid, aber auch die Hilfsbereitschaft der Augsburger hautnah. Aber wie soll er nun sprechen? Ist er ein kleiner Junge mit piepsiger Stimme? Oder ein junger Mann mit tiefer, markanter Stimme? Wie präsentiert man einen Text über die jüdische Kulturgeschichte, in dem es viele Fakten, aber nur einen Erzähler gibt, möglichst unterhaltsam? Solche Fragen müssen immer wieder in den Redaktionskonferenzen des Seminars diskutiert werden und es ist erstaunlich, wie viele gute und kreative Ideen da auf einmal sprudeln.

Denn es ist nicht einfach, Texte fürs bloße Zuhören aufzubereiten. Da muss das Sprechtempo bedacht und variiert, die Modulation der Stimme ausprobiert und natürlich die Frage nach Dialekt oder Hochsprache beantwortet werden. Der Schauspieler und erfahrener Hörbuchsprecher Rufus Beck sagt es ganz treffend: „Gutes Vorlesen ist, wenn sich niemand langweilt.“ So wurde also in mehreren Seminarsitzungen experimentiert und geprobt, Übergänge geglättet und bewusst gestaltet sowie logische Brüche und letzte Ungereimtheiten im Skript thematisiert und ausgebessert. Das Ganze dann noch in ein professionelles Mikrofon zu sprechen und z. B. eine bestimmte Stelle mehrmals zu wiederholen und daran zu feilen, stellte schließlich nochmal eine Herausforderung dar.

Eigene Texte mit historischem Hintergrund

Die Texte haben die Schülerinnen und Schüler alle selbst geschrieben und dabei gemäß dem Leitfach Deutsch unterschiedlichste Formate gewählt: Interviews, Erzählungen, Gespräche oder bloße Sachtexte. Die Recherche zu den einzelnen Themen erfolgte in Zusammenarbeit mit Dr. Christof Paulus vom Haus der Bayerischen Geschichte, welches auch als externer Partner des P-Seminars fungiert und den Jugendlichen immer mit Rat und Tat zur Seite stand.

Präsentiert werden die fertigen podcasts demnächst in der Bavariathek des neuen Museums für Bayerische Geschichte in Regensburg. Man darf gespannt sein.