„Gymnasium der vielen Möglichkeiten“

  • Traditionell stark vertreten sind die Elternbeiräte der schwäbischen Gymnasien bei der Mitgliederversammlung der LEV: Zehn Delegierte waren in Weilheim dabei.
  • LEV-Vorsitzende Susanne Arndt formuliert in ihrem Rechenschaftsbericht die wichtigste Aufgabe der LEV: „Wir müssen die Probleme aller Schulen bündeln und in die Politik tragen.“
  • Geballtes Wissen bot der der Samstagnachmittag bei der Mitgliederversammlung in den Inforunden.

Dieses Mal brachten die teilnehmenden Elternbeiräte unserer Schule von der Mitgliederversammlung der Landes-Eltern-Vereinigung der Gymnasien in Bayern nicht nur jede Menge Informationen, Anregungen und Ideen mit, sondern auch ein frisch gewähltes Mitglied für den Gesamtvorstand der LEV: Unsere Elternbeirätin Birgit Bretthauer wird künftig als eines von zwölf Vorstandsmitgliedern die Belange der bayerischen Gymnasien auf Landesebene vertreten. Sie folgt damit auf Claudia Günther vom Augsburger Gymnasium bei St. Anna, die bisher die Interessen der Arge Augsburg und Umgebung in den Gesamtvorstand getragen und nicht mehr kandidiert hat.

Für den Elternbeirat von St. Stephan nahmen neben Birgit Bretthauer unsere Elternbeiratsvorsitzende Christine Sommer, Hedwig Kinzer und Evelin Nehm an der zweitägigen Veranstaltung teil, die unter dem Motto „Gymnasium – mehr Zeit für Werte und Kompetenzen?“ stand.

„Individuelle Bildung jedes Kindes“

Wie gewohnt startete die Mitgliederversammlung mit einer Rede des neuen Bayerischen Staatsministers für Unterricht und Kultus, Prof. Dr. Michael Piazolo, zu aktuellen schulpolitischen Entwicklungen. Diese bot leider nicht die gewohnte Substanz und auch wenig Antworten auf aktuelle und künftige Herausforderungen. Er sprach vom „Gymniasum der vielen Möglichkeiten“, ließ aber mehr oder weniger offen, wie Gymnasien bei Lehrermangel und fehlenden Ressourcen, der von ihm geforderten „individuellen Bildung jedes Kindes“ gerecht werden können. So musste sich der Minister im Anschluss einer intensiven politischen Diskussion stellen.

An den Beitrag des Ministers schloss sich ein Vortrag von Ministerialrat Ulrich Seiser zum Islamunterricht an bayerischen Schulen an. Damit setzte die Versammlung ein deutliches Signal für die Fortsetzung des Islamunterrichts an bayerischen Schulen. Die integrative Kraft dieses Unterrichtsfachs sowie das Gebot der Gleichbehandlung aller Religionen macht es dringend erforderlich, das demnächst endende Pilotprojekt zum Islamunterricht in ein reguläres Angebot an allen Gymnasien umzuwandeln, in denen ein Bedarf besteht. Dies wurde auch noch einmal mit der Verabschiedung eines entsprechenden Antrages bekräftigt.

Breites Angebot bei den Inforunden

In den Workshops am Samstagnachmittag wurde eine Vielzahl spannender Themen geboten: Bei Themen wie „Die Überholspur am neuen bayerischen Gymnasium“, „Die Entwicklung eines Medienkonzepts“ bis hin zu „Anforderungen an Abiturienten aus Sicht eines Technischen Studiengangs“ fiel die Auswahl schwer. Um möglichst viel Know-how mitzunehmen, verteilten sich die schwäbischen Delegierten quer über alle Inforunden.

Die LEV – ein starker Interessenverband

Der zweite Tag der Mitgliederversammlung stand ganz im Zeichen der Neuwahl des Gesamtvorstandes und in der Beratung der Anträge. Damit begann die eigentliche Arbeitsphase für die Delegierten. Neben dem Kassenbericht, der Entlastung des Gesamtvorstandes sowie der Beratung der Anträge der LEV-Mitglieder lag der Schwerpunkt auf dem  Rechenschaftsbericht der LEV-Vorsitzenden Susanne Arndt, in dem sie die erfolgreiche Arbeit der LEV deutlich herausarbeiten konnte. Denn als starker Interessenverband ist der Anspruch der LEV, die Probleme aller Schulen zu bündeln und zu vertreten – von Gymnasien in Ballungsräume ebenso wie Schulen auf dem Land.

Gemeinsam mit der Arge Augsburg und Umgebung hat das Gymnasium bei St. Stephan einen Antrag zur Freigabe des Bayerntickets für Schulfahrten bereits ab 8.00 Uhr eingebracht. Im Leitantrag der LEV-Mitgliederversammlung wurden alle wichtigen Anliegen zusammengefasst: Darin wird unter anderem gefordert, die Lehrerreserve auf mindestens 10 Prozent anzuheben, alle Schulen mit einer soliden Infrastruktur für die Digitalisierung auszustatten, ein bayernweit einheitliches pädagogisches Medienkonzept zu entwickeln und allen Schülern die kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs im gesamten Freistaat zu ermöglichen. Außerdem wünschen sich die Delegierten, dass die Teilungsgrenze für Schulklassen auf 26 Schüler gesenkt und die Oberstufe im neuen G 9 so gestaltet wird, dass die Schüler das Tableau ihrer Abiturfächer flexibler zusammenstellen können.

„Wir bleiben hartnäckig.“

Wie LEV-Vorsitzende Susanne Arndt betonte, werden einige dieser Forderungen seit vielen Jahren erhoben. „Obwohl sich Fortschritte in vielen Punkten nur sehr langsam einstellen, bleiben wir als Elternvertreter auf Landesebene hartnäckig bei unseren Themen. Wir haben das Wohlergehen unserer Kinder im Blick und wollen für sie optimale Bildungsbedingungen erreichen. Es ist nicht akzeptabel, dass die Staatsregierung sich sehr häufig darauf zurückzieht, Verbesserungen seien aus finanziellen Gründen nicht möglich“, sagt Susanne Arndt. Geldmangel verhindere die Einstellung von Schulsozialpädagogen, die dringend an jeder Schule benötigt werden, ebenso wie eine bedarfsgerechte Berechnung der Planstellen in den Lehrerkollegien. „Der aktuelle Lehrermangel bedroht die Qualität der Unterrichte in allen Jahrgangsstufen massiv. Die Schulleitungen sind vielerorts nicht in der Lage, krankheitsbedingte Ausfälle zu kompensieren. Dies verursacht erhebliche Stundenausfälle.“