„Hass – Hauptsache radikal” … wie krass

  • „Hass – Hauptsache radikal“ nannte sich das Präventionsstück, das auf der offenen Fläche der Oberen Turnhalle an die Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen heranbrandete: Ein Erlebnis mit Wucht!
  • Nach der Stunde mit dem Theatererlebnis führten theaterpädagogische Workshops in den einzelnen Klassen das Erlebte weiter. Kathrin Jung greift die Fragen auf, die im Raum stehen.
  • „Hand aufs Herz!“, oder auch auf den Bauch oder den Kopf: Wo hat das Theatererlebnis „angeklopft?“
  • In offener und sehr ehrlicher Gesprächsbereitschaft reflektierten die Heranwachsende über eigene Erlebnisse mit Ausgrenzung und Mobbing.
  • Die gemeinsame Erfahrung im Theater führt zusammen: Sehr konzentriert und ernsthaft stellten sich die Schülerinnen und Schüler den Anfragen: Kunst zu begegnen haißt immer auch, sich selbst gegenüberzustreten.

Melanie, Martin und Mo, das sind die drei Charaktere, die den Schülerinnen und Schülern der 9. Jahrgangsstufe am vergangenen Freitag, den 12. November 2021, auf der Bühne gegenüberstanden. Das Junge Theater Augsburg spielte sein preisgekröntes Präventionsstück Hass – Hauptsache radikal in der Oberen Turnhalle.

Die drei Protagonisten erleben alle Ausgrenzung, Mobbing und Hass. Melanies Leben gerät auf Grund eines unüberlegten Fotos aus den Fugen, Mo wird als Junge mit Migrationshintergrund in der Gesellschaft nicht anerkannt und Martin erleidet Ausgrenzung in der realen und findet Trost in der virtuellen Welt. Alle drei Jugendlichen erleben Hass und sie sind diesem schonungslos ausgesetzt. Jeder von ihnen geht damit anders um: Mo findet einen Weg stark zu bleiben. Melanie aber richtet den Hass, der auf sie einprasselt, gegen sich selbst. Martin dagegen beginnt selbst zu hassen.

Handeln hat Konsequenzen und Hass zerstört. Die Schülerinnen und Schüler waren sichtlich ergriffen von den Themen und der Wucht, mit der sie ihnen vor Augen geführt wurde.

Um die Schülerinnen und Schüler nach dem intensiven Stück nicht mit ihren Gedanken und Emotionen allein zu lassen, arbeiteten im Anschluss Theaterpädagoginnen und -pädagogen die Leerstellen des Stücks im Klassenverband auf und leiteten einen Reflexionsprozess ein: Denn was ich tue oder wie ich mit anderen umgehe – real oder virtuell –, hat Folgen. Spannend war hier auch der Baustein, die Heranwachsenden selber „Ethische Gebote“ für das Verhalten im Internet entwickeln zu lassen. Stark sein! Kein Opfer zu werden und andere auch durch mein Verhalten zu schützen, ist eben mehr als nur kein Täter zu werden.