Herbstlicher Ausflug nach St. Ottilien

  • Ein Föhntag, der beeindruckende Ausblicke ins Gebirge freigab, bot eine wunderbare Atmosphäre für den Ausflug des Personals ins Ammerseegebiet.
  • Die Klosterkirche im Klosterdorf St. Ottilien hat viel zu bieten, unter anderem Bodenplatten mit Darstellungen der antiken Sibyllen: Im Bild die Weissagung der Geburt des Emmanuel.
  • P. Joseph Götz OSB, der Zellerar des Klosters, der die wirtschaftlichen Belange der Gemeinschaft verantwortet, führte die Gruppe von St. Stephan kundig durchs Gelände. Unter anderem zeigte er das Rhabanus-Maurus-Gymnasium, das die Benediktiner dort unterhalten.
  • Ottilien ist voll von moderner Kunst, wie unter anderem die vielen Graffitiwände im gesamten Klosterdorf eindrucksvoll belegen.
  • Bei der Biogasanlage (hier im Bild) und der Hackschnitzel-Heizzentrale war Pater Joseph in seinem Element: Als Mathematik- und Physiklehrer in der Schule tätig, hat er in der preisgekrönten Energiezentrale des energieunabhängigen Klosterdorfes entscheidende Impulse gegeben.
  • Ein zwölfteiliger Gemäldezyklus in der Kapelle des Gymnasiums zeigt das Leben im Klosterdorf unter vielfältigen Perspektiven: Der Brite Carl Lazzari hat als „artist in residence“ diese packende Bilderfolge 2006 erschaffen.
  • Der Ammersee zeigte sich mit abendlichen Wolkenaufbrüchen von seiner wild-romantischen Seite.

Ein idyllischer Blick über die Kette der Allgäuer Alpen am Horizont bot sich den rund 30 Lehrerinnen und Lehrern, die sich vor der imposanten Herz-Jesu-Kirche mit ihrem 75 Meter hohen Turm in St. Ottilien eingefunden hatten. Herbstliches Laub, feuchte Wiesen und nahezu abgeerntete Beete boten eine stimmungsvolle Kulisse für diesen herbstlichen Ausflug in die von Benediktinern getragene Missionsabtei.

Nach der Führung durch die Kirche, wo man einiges erfuhr über die Lebensgewohnheiten der rund 85 Benediktiner sowie die im Boden eingelassenen Kunstwerke von Professor Franz-Bernhard Weißhaar (einem Altstephaner und Kunsterzieher), erkundete die Gruppe gemeinsam mit Pater Joseph Götz die Klosteranlagen mit Gymnasium, Friedensbrunnen, KZ-Friedhof und Kuhstall. Nach und nach wurde das Kloster St. Ottilien seit seiner Gründung im Jahre 1902 ausgebaut und entwickelte sich seitdem zu der weitläufigen Klosteranlage, die es heute ist und die sich komplett selbst versorgt – mithilfe ihrer landwirtschaftlichen Betrieben sowie der Energiezentrale.

Darauf sind die Mönche besonders stolz, denn mit ihrer modernen Hackschnitzelheizung und der eigenen Biogasanlage sind sie in der Lage, den eigenen Energiebedarf fast vollständig zu decken. Mit großem Interesse wurde die Biogasanlage, das Holzlager für die Hackschnitzelheizung sowie der offene Kuhstall mit rund 120 Milchkühen, deren Gülle ebenfalls in diesem Energiekonzept verwertet wird, in Augenschein genommen. Pater Joseph, selbst einer der Initiatoren dieses mutigen Konzepts, beantwortete geduldig alle Fragen.

Manch einer tätigte auch seinen Wochenendeinkauf im reichlich bestückten Hofladen, schlenderte durch den Klosterladen und die Grünanlagen, informierte sich im neu gestalteten Missionsmuseum über die Tätigkeit der Mönche von St. Ottilien in aller Welt oder plauderte mit den Kollegen endlich einmal in Ruhe und fern ab vom Lehrerzimmer bei einer Tasse Kaffee. So verging der Nachmittag rasch und eine etwas kleiner gewordene Gruppe machte sich noch zur Alten Villa in Utting auf, wo man den Tag gemütlich beim gemeinsamen Abendessen am Ammersee ausklingen ließ.