Holocaust: Interdisziplinäres Erinnerungsprojekt
Am Freitag, den 23. Januar 2026, setzten sich Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe mit dem Holocaust-Gedenken auf besondere Weise auseinander. Dazu fanden im Rahmen eines Projekttages vier Workshops statt. Die Jugendlichen konnten je nach Interesse und persönlichem Zugang wählen, wie sie das Thema bearbeiten und sich ihm annähern wollten. Zur Auswahl standen Workshops in den Themenbereichen Kunst, Literatur, Musik und Schauspiel. Inhaltlich reichten die Themen von Exilliteratur über Kunst in Konzentrationslagern bis hin zu verbotenen Büchern und verbotener Musik.
Besondere Akzente setzte auch der Workshop „Sprechen“: Hier übten Schülerinnen und Schüler gezielt Moderationstechniken ein. Der Grund dafür war eine öffentliche Präsentation der Projektergebnisse, die bereits am Montag, den 26. Januar im Kleinen Goldenen Saal stattfand. Dort wurden Literatur- und Kunstbeiträge aus den Workshops ebenso gezeigt wie musikalische Ergebnisse eines Konzerts in Kooperation mit der Bayerischen Kammerphilharmonie. Die Moderation erfolgte durch die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler selbst, wodurch sie das Konzert aktiv strukturierten und sensibel gemeinsam mit der Schauspielerin Anna Veit rahmten.
Dieses Projekt entstand in Zusammenarbeit mit dem Maria-Ward-Gymnasium. Zur Aufführung im Kleinen Goldenen Saal wurden außerdem Klassen des St.-Anna-Gymnasiums und der Maria-Ward-Realschule eingeladen. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt – ein sichtbares Zeichen für das große Interesse und den gemeinsamen Wunsch, dem Holocaust-Gedenken einen würdigen Rahmen zu geben.
Auch über dieses Konzert hinaus bleibt das Projekt präsent. Am 27. Januar wird das künstlerische Produkt noch einmal im Moritzsaal gezeigt – im Rahmen der offiziellen Gedenkfeier der Stadt Augsburg. Am Beispiel von Künstlern, die unter dem Nazi-Régime gearbeitet und gewirkt haben, sowie am Beispiel von Exil-Künstlern und einer kunstschaffenden Zeitzeugin wurde Schülerinnen und Schülern der 9. Jahrgansstufen des Gymnasiums bei St. Stephan und des Maria-Ward-Gymnasiums die damalige Situation der Kunst im Schatten des Nationalsozialismus verdeutlicht.
Um das Thema in der gesamten Schule wahrnehmbar zu machen, wurde außerdem eine anschauliche Pinnwand im Schulhaus gestaltet und damit auch weiteren Jahrgangsstufen einen Zugang eröffnet. Parallel dazu ist derzeit eine Ausstellung von RIAS Bayern (Recherché- und Informationsstelle Antisemitismus Bayern) in St. Stephan zu sehen, die sich mit Antisemitismus in Bayern aus aktueller Perspektive beschäftigt.
Mit diesen vielfältigen ästhetischen und bildungsorientierten Zugängen gelang es, den Holocaust-Gedenktag nicht nur historisch, sondern auch künstlerisch, persönlich und gesellschaftlich zu verorten und so einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur an der Schule zu leisten.