Latein in Stift Melk: Benedictus-Wettbewerb

  • Im intensiven Abendlicht trafen die Teilnehmer des 8. Melker Benedictus-Wettbewerbes auf der Balustrade des Klosters zusammen.
  • Die tiefe Herbstsonne taucht das Benediktinerstift Melk in satte Farben.
  • Langsam finden sich die Teilnehmer des Benedictus-Wettbewerbs aus Österreich und Bayern ein.
  • Zusammen mit Begleitlehrer Daniel Wübbena wurde auch die Stadt am Fuße des Stifts erkundet.
  • Die teilnehmenden Gruppen stellen sich gegenseitig vor: Andrea und Benedikt mit Begleitlehrer Daniel Wübbena.
  • Im barocken Prüfungsraum unterzogen sich die 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Prüfungsaufgaben: Hier warten sie gespannt auf die Aufgaben.
  • Die Augsburger Mitstreiter im Kreis bayerischer und österreichischer Lateinschülerinnen und -schüler

Seit 1998 lädt das Stift Melk alle drei Jahre rund fünfzig Schülerinnen und Schüler von Schulen aus Österreich, Bayern und der Schweiz zum Benedictus-Lateinwettbewerb nach Österreich in das Stift Melk ein. Jede Schule darf zwei Kandidaten auswählen, die die Gelegenheit bekommen, sich in der Übersetzung und Interpretation von Texten aus der Regel des Heiligen Benedikt und aus seiner Vita mit anderen Mitlateinern zu messen.

Mit Freuden folgte das Gymnasium bei St. Stephan – nunmehr zum fünften Mal – auch dieses Jahr dem Ruf des 8. Benedictus-Wettbewerbes am 9./10. Oktober. Der Ruf unserer Schule reicht offensichtlich über Bayern weit hinaus.

Nach einer Vorbereitung zusammen mit dem stellvertretenden Schulleiter Pater Emmanuel Andres nahmen ich und meine Mitschülerin Andrea Mann in Begleitung meines Lateinlehrers Daniel Wübbena den weiten Weg per Zugverbindungen nach Melk auf uns. Die Reise kann man in Anbetracht einiger technischer Defekts durchaus als abenteuerlich bezeichnen.

Nach unserer Ankunft am Mittwoch den 9. Oktober und nachdem wir uns in unseren Zimmern im Gästehaus des Stifts Melk eingerichtet hatten, folgte eine ausführliche Kennenlernrunde der Schulen und der Schülerinnen und Schüler untereinander. Der Wettbewerb bedeutet also auch die Erweiterung des sozialen Horizonts. Die Erfahrung, auf fremde Leute zu treffen, aber dennoch mit ihnen im gleichen Eifer um Latein und ähnliche Unterrichtsschwerpunkte verbunden zu sein, ist eine Erfahrung für das Leben.

Am nächsten Tag – gestärkt durch ein ausführliches Frühstück – begaben wir uns zusammen mit den Schülerinnen und Schülern der anderen Schulen in einen großen Prüfungssaal, wo wir eine vierstündige Klausur ablegten, die aus zwei Teilen bestand: Zum einen sollten wir unser Übersetzungsgeschick, zum anderen unser Verständnis der bis heute rezipierten Regel des heiligen Benedikt anhand von zwei Texten aus dieser unter Beweis stellen.

Nach dieser Aufregung war genug Zeit für Erholung und auch für Tourismus; in einer Führung um und durch das Stift erfuhren wir alles über die Geschichte und Architektur des Benediktinerklosters und sahen es natürlich auch mit den eigenen Augen. Die imposante Atmosphäre und Architektur konnte ich selbst auf den zweiten Blick nicht fassen.

  • Andrea unter den Geehrten: Die besten zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten Preise und Auszeichnungen.

Am letzten Tag unseres Aufenthaltes fand die Siegerehrung statt. Auch wenn ich selbst leider nicht geehrt wurde, darf ich dennoch meiner Mitschülerin Andrea zu einer Platzierung unter den besten zehn von fünfzig Teilnehmern herzlich gratulieren.

Doch es war nicht nur für die Sieger, sondern auch für alle anderen ein „Happy End“: Der wahre Schatz, den ich nach Augsburg mitgenommen habe, sind die tollen Erfahrungen, Eindrücke und Kontakte, in deren Genuss ich und alle Teilnehmenden kommen durften.