Mikro-Sonnenfinsternis dank Merkur

  • Der dunkle kreisrunde Punkt auf der hellen Sonnenscheibe ist der Planet Merkur, die vergleichsweise grauen Fleckchen rechts davon sind Sonnenflecken, kühlere Zonen der Sonnenoberfläche. Foto vom 9. Mai 2016, Sternwarte St. Stephan

Nach dreieinhalb Jahren ist es nun schon wieder so weit: Der Planet Merkur läuft am kommenden Montag, 11.11.2019, ab 13.35 Uhr scheinbar quer über die Sonnenscheibe und „verdunkelt“ dabei als winziger kreisrunder Punkt knapp drei Hunderttausendstel (!) ihrer Fläche. Mit bloßem Auge ist also gar nichts zu sehen, wohl aber lässt sich mit den Fernrohren unserer Sternwarte der Vorgang – schönes Wetter vorausgesetzt – sehr gut beobachten, wie das Foto von 2016 zeigt.

Achtung: Auf keinen Fall mit dem Fernglas in die Sonne schauen! Es sind unbedingt professionelle Schutzfilter nötig! – Erblindungsgefahr!

Eigentlich kommt Merkur auf seiner Bahn um die Sonne, von der Erde aus gesehen, dreimal im Jahr „an der Sonne vorbei“, aber eben tatsächlich meist nur „vorbei“: Infolge seiner Bahnneigung zieht er unsichtbar über oder unter der Sonnenscheibe hinweg. Zuletzt konnten wir den ‚Merkurdurchgang‘, wie das Phänomen genannt wird, am 09. Mai 2016 beobachten, das nächste Mal allerdings erst am 6. November 2032. Es lohnt sich also, bei klarem Himmel den Winzling auf der Sonnenscheibe zu verfolgen. Er beginnt seine Querung um 13.35 Uhr, bei seinem Austritt aus der Sonnenscheibe ist er samt Sonne freilich längst untergegangen.

Die Sternwarte im Klostergarten ist bei klarem Himmel ab 13.15 Uhr geöffnet. Interessierte und Gäste sind herzlich willkommen.