Mikroplastik als Forschungsprojekt

  • Was in einem Duschgel an festen Stoffen steckt, zeigt sich erst, wenn es gelöst und gefiltert wird. Juliane aus der 5. Klasse unterzog insgesamt 122 Produkte dieser Testung.
  • Mit der Freiwilligen Selbstverpflichtung schaut es sehr unterschiedlich aus: Noch immer wird das Abwasser aus dem Bad zu einer Mikroplastikschwemme.
  • So schaut etwa der Befund aus einer Filterung aus: Mikroplastik in verschiedenen Größen und Körnungen werden unter dem Mikroskop sichtbar.

Meine Teilnahme bei „Jugend forscht 2020/2021“ – „Schüler experimentieren“ erfolgt in der Sparte Chemie.

Bei diesem Forschungsprojekt habe ich das spannende Thema „Mikroplastik in Kosmetikprodukten 2020 – Ergebnis der freiwilligen Selbstverpflichtung der Industrie“ untersucht und die Frage erforscht, ob Kosmetikprodukte im Jahr 2020 aufgrund der freiwilligen Selbstverpflichtung der Kosmetikindustrie nun komplett frei von Mikroplastik sind bzw. welche Mengen an Mikroplastik weiterhin verwendet werden und welche Arten von Mikroplastik. Da ich eine sehr tiefe Verbindung zum Wasser habe und deswegen sehr erschüttert war, wie schädlich Plastik jeglicher Form für unser Wasser (unsere Meere, Flüsse sowie Wasser-Lebewesen und Pflanzen) ist, habe ich bereits vor einigen Jahren, als das Thema Plastikverschmutzung und Mikroplastik in Kosmetikartikeln öffentlich diskutiert wurde, dieses Problem gesehen und wollte unbedingt meinen Teil zur Lösung beitragen. Als ich dann den Aushang von „Jugend forscht“ gesehen habe, wusste ich sofort, dass ich mitmachen möchte.

Um die Hypothese: „Trotz der freiwilligen Selbstverpflichtung der Kosmetikindustrie findet man weiterhin bei zahlreichen Produkten Mikroplastik“ beantworten zu können, habe ich als erstes viele verschiedene Kosmetikprodukte bei meinen Familienangehörigen, Verwandten, Freunden und gute Bekannten eingesammelt sowie einige einzelne Produkte, die ich zusätzlich entdeckt hatte, mit meinem Taschengeld besorgt. Weil alle so begeistert und neugierig waren, kamen unglaublich viele Kosmetikprodukte zusammen, insgesamt 122 verschiedene pflegende und dekorative Artikel. Diese Vielzahl war zudem sehr nützlich, um einen guten Überblick zu bekommen und die Untersuchung auch aussagekräftig werden zu lassen.

Für die Filterung habe ich nach einigen verschiedenen Versuchen und durch die tolle Beratung von Herrn Abele letztendlich Filterpapier aus Papierzellstoff verwendet. Damit konnte ich auch sehr kleines Mikroplastik herausfiltern. Die Filterung war herausfordernd, da diese pro Produkt unerwartet lange dauerte: Die Poren müssen sehr klein sein, um alles zurückhalten zu können, und deswegen ist auch die Durchflussrate sehr langsam, wenn sich nach und nach mehr Mikroplastik ansammelt. Da ich keinen von meinen „Kosmetikspendern“ enttäuschen wollte, kam mir die Homeschooling-Zeit für die Filterung entgegen und es hat dann doch noch alles gut geklappt.

Nach der Filterung wurden die Ergebnisse und gefundenen Mikroplastikanteile in einer übersichtlichen Tabelle festgehalten. Insgesamt wurden 122 Produkte von mir gefiltert und zusätzlich die Inhaltsstoffe auf Mikroplastik hin untersucht. Einige Produkte (vor allem dekorative Kosmetik) waren schwierig zu filtern und die Ergebnisse waren nicht immer sicher aussagekräftig. Deswegen hielt ich auch immer die Inhaltsstoffe bezüglich Mikroplastik fest, um hier weitere Aussagen treffen zu können.

Das Ergebnis ist eine interessante Liste von zahlreichen Kosmetikprodukten, die immer noch zahlreich Mikroplastik und Polymere enthalten. Zudem konnte ich feststellen, dass zwar größere, feste Mikroplastikpartikel aus einigen Kosmetika verschwunden sind, um die Selbstverpflichtung teilweise erfüllen zu können. Dafür kommen nun jedoch oft und vermehrt gelöste und somit schwer filtrierbare sogenannte Polymere zum Einsatz.

Dieses Forschungsprojekt durfte ich am Donnerstag, den 4. März 2021 am Regionalwettbewerb „Jugend forscht / Schüler experimentieren“ der Jury und am Freitag, den 5. März 2021 der breiten Öffentlichkeit in einer Ausstellung vorstellen. Hier kamen mich sehr viele Interessierte besuchen. Danke auch an alle Schüler, die mich am Online-Stand besuchen kamen. Dieses Jahr lief alles wegen Corona digital ab, das war auch sehr spannend und für alle neu.

Die beiden Tage waren sehr aufregend und ich habe sehr viele tolle Gespräche führen können. Ich habe mich mit den anderen Teilnehmern auch sehr gut verstanden und alle waren sehr interessiert. Die Jury hat mir auch sehr wertvolle Tipps für weitere Forschungen gegeben. Am Freitag gab es nach den Ausstellungen auch die Preisverleihung. Das war dann nochmals wirklich spannend. Ich habe erst kurz vor der Liveschaltung erfahren, dass ich in der Sparte Chemie einen tollen Preis bekommen habe und deswegen auch beim Landeswettbewerb am 16. April 2021 antreten darf. Da war die Überraschung natürlich perfekt!

Am Abend haben mich dann einige Freunde besucht, um ein wenig über die Erlebnisse zu plaudern und zu feiern. Es war wirklich ein sehr schönes Erlebnis, das ich auf jeden Fall empfehlen kann!

  • Juliane besucht die 5. Klasse und kam mit ihren Forschungen zu Mikroplastik in Kosmetika bis zum Landeswettbewerb bei „Jugend forscht“.