Mitgestalten? Augsburgs Jugend kommt zu Wort

  • In der Eröffnungsrunde des Projektes „Jugendpartizipation“ wählten die Schülerinnen und Schüler Gegenstände aus, die für sie Partizipation repräsentieren, – und sie erklärten die Bedeutung ihrer Wahl.
  • Klaus Maciol vom Bildungsreferat der Stadt Augsburg erläuterte den Schülerinnen und Schüler, wie sie mittels eines Jugendforums die „Stadt ihre Wünsche“ verwirklichen könnten.
  • „Was traue ich mir als Jugendlicher zu, zu gestalten?“ Einen kostenlosten ÖPNV? Öffentliche Plätze für Gleichaltrige?
  • Die Schülerinnen und Schüler der 10a schätzten die Realisierbarkeit ihrer Projekte ein.

Cafés oder öffentliche Plätze als Treffpunkte, kostenloser ÖPNV, beachtete Klimaziele, moderne Schulen – dürften die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10a des Gymnasiums bei St. Stephan die Stadt ihrer Wünsche gestalten, diese Punkte stünden ganz oben auf ihrer Liste. Doch welche Möglichkeiten haben die 14- bis 16-Jährigen – jenseits von Verbänden, Vereinen oder Parteien – die Stadt Augsburg mitzugestalten? Wo ist der Platz zur Teilhabe für junge Menschen? Das waren nur zwei der Leitfragen, denen sich an einem Projekttag die Stephanerinnen und Stephaner gemeinsam mit Klaus Maciol vom Referat Bildung und Migration der Stadt Augsburg stellten. Die Idee, Jugendforen in Augsburg einzurichten, die diese Partizipation junger Menschen ermöglichen könnte, wurde dabei kontrovers diskutiert.

Der Projekttag, der in einer Initiative des Ethik-Unterrichts seinen Anfang genommen hatte und mit Unterstützung der Fachschaft Sozialkunde für die Klasse 10a realisiert werden konnte, sollte die Schülerinnen und Schüler in einem ersten Schritt an Fragen des bürgerschaftlichen Engagements heranführen: Dass Kinder und Jugendliche ein Recht auf Partizipation haben, zeigte Maciol den Schülerinnen und Schülern im ersten Teil des Tages ebenso auf, wie das grundsätzliche Ziel der Stadt Augsburg, diesem Anspruch, laut Stadtentwicklungskonzept, gerecht zu werden. In den fünf Sozialregionen Augsburgs sollten deshalb Jugendforen, angelehnt an Schulen oder Jugendhäuser entstehen, in denen Jugendliche begleitet von Pädagogen realistische Bilder von Projekten entwickeln.

„Überlegt euch: Was brennt euch auf den Nägeln? Was wollt ihr verändern?“, fragte Maciol die 14- bis 16-Jährigen. Denn von den Jugendforen aus, so Maciol, „habt ihr die Chance, eure Themen bis in den Stadtrat zu tragen.“ Lust und Unlust stadtweite oder sozialräumlich nahe Themen eigenständig zu gestalten, kam bei den Schülerinnen und Schülern gleichermaßen auf: „Interessant“, „spannend“ stellte die eine Seite der Wortmeldungen dar. „Schön und gut – und wenn der Stadtrat dann über das Projekt nicht entscheidet, dann wird’s wieder nichts!“, lauteten auch kritische Stimmen aus der Klasse. Behandelt werden sollten die Jugendforen-Themen in den Ausschüssen des Stadtrates oder im Stadtrat selbst auf jeden Fall, erklärte Maciol. Und als Fürsprecher könnten die jugendpolitischen Sprecher der Fraktionen gewonnen werden, schlug er weiter vor.

Im zweiten Teil des Projekttages überlegten die Schülerinnen und Schülern an selbst gewählten Themen, wie dem kostenlosen ÖPNV oder der Gestaltung von Plätzen für Jugendliche, ob sie sich selbst zutrauten diese Projekte zu gestalten oder ob sie diese lieber von Experten behandeln ließen. Auch brachten Sie anhand einer „Wäscheleine-Skala“ von 1 – 10 zum Ausdruck, inwiefern sie das Vertrauen haben, dass „die Stadt junge Menschen ernsthaft“ an der Realisierung ihrer Themen beteiligen wolle.

Noch ist Skepsis vorhanden bei den Jugendlichen. Beschließt der Stadtrat aber das von Verwaltung und Stadtjugendring erarbeitete Rahmenkonzept zur Partizipation junger Menschen, dann wird das Vertrauen wachsen können und mehr Engagement möglich sein. Und letztlich waren sich die Schülerinnen und Schüler der 10a in einem Punkt überwiegend einig: Mehr Partizipation, mehr Möglichkeiten als Jugendliche das eigene Umfeld zu gestalten, das sei ihnen wichtig.