Peacemaker: Hoffnungsvoll in die Zukunft blicken

  • Simon Jacob stellte der Q12 in St. Stephan sein Projekt „Peacemaker“ vor: Er bereist Krisengebiete.
  • Seine Beobachtungen und Analysen gibt Simon Jacob an die Jugend weiter: Ihr habt den Frieden in der Hand!
  • Mit dabei war auch David Fuhrmann: Nach seinem Abitur 2017 schloss er sich dem „Peacemaker“-Projekt an und erlebt in der Begegnung mit Menschen in Kriegsgebieten, wieviel Hoffnung dort lebendig ist.
  • Höchst aufmerksam verfolgten die angehenden Abiturienten den Film „Peacemaker – Europa, das Friedensprojekt“.

„Ich habe auf meine innere Stimme gehört.“ So begründet Simon Jacob sein Engagement in der Initiative „Peacemaker“, die er zusammen mit dem Altstephaner David Fuhrmann in St. Stephan im Rahmen der politischen Bildung für die Q12 vorstellte.

Simon Jacob ist Augsburger – und dabei aramäischer Christ aus der Türkei. Mit zwei Jahren floh er nach Augsburg und erlebt diese „europäische“ Stadt bis heute als Kraftzentrum. Denn eines Tages spürte er, dass er seinen Wurzeln wieder trauen musste. Und so reist er bis heute regelmäßig nach Syrien, in den Irak, den Iran oder in die Türkei. Und er spürt dort, wie sich alle Menschen dieser Erde nach Frieden sehnen. Dieser Sehnsucht gilt es mehr Raum zu geben, dann wächst Verstehen und Versöhnen.

In St. Stephan stellte Simon Jacob sein Projekt „Peacemaker“ vor: „Selig sind, die Frieden stiften“. Aus der Bergpredigt stammt das Stichwort, dem er folgt. Mittlerweile hat sich ein beachtlicher Kreis junger Menschen um ihn gebildet, die seinen Initiativen folgen: Unter ihnen auch David Fuhrmann, der selbst auf Reisen im Nahen Osten erlebt hat, dass der Gedankenaustausch, das Reden, das Ausformulieren einer Hoffnung die Menschen und damit auch ihre Heimat verändern kann.

Der jungen Generation mutet Simon Jacob viel zu: Im Zeitalter der Megakommunikation sind nicht nur Informationen beschleunigt, sondern eben auch der Kampf um Ressourcen, um Meinungshoheit und um Deutungen. Diese „asymmetrischen“ Konflikte brauchen noch mehr Sensibilität und Wachheit, vor allem aber ein Wissen umeinander in der Welt. Mit seinem Film „Peacemaker – Europa, das Friedensporjekt“ ist Jacob noch einen Schritt weitergegangen:

Auf den Soldatenfriedhöfen Frankreichs, besonders in Verdun, spürt er auf, dass gerade auch die Europäer in ihren Kriegen den riesenhaften Tod ganzer Generationen durchschritten haben. Heute ist Versöhnung über den Gräbern von Hunderttausenden Wirklichkeit. Die Welt kann von Europa viel lernen.

In der Fragerunde nach der Projektpräsentation wurde schnell klar: Für die akuten Fragen von Flüchtlingsströmen, Asylproblematik oder Radikalismus hat Simon Jacob keine Patentrezepte. Der „Peacemaker“-Weg führt über das Reisen und Kennenlernen zum Verstehen, Versöhnen und Verändern.

So endete der Studienbaustein der Q12 mit betroffenen, berührten, herausgeforderten und auch angefragten jungen Zuhörern – jenseits aller Besserwissereien, Klischees und Parolen.

Für unsere Leser verlinken wir hier den „Peacemaker“-Film, dazu Simon Jacobs „Peacemaker“-Buch und die Webseite des „Peacemaker“-Projektes.