Revolte im Irrenhaus: „Charenton. Nation. Revolution”

  • Das Oberstufentheater spielt Charenton. Nation. Revolution” nach dem Klassiker Marat/​Sade” von Peter Weiss: Am Montag, 16. März und Dienstag, 17. März 2026 jeweils um 19.30 Uhr in der Großen Aula.

Alle sehnen sich nach Freiheit – aber wehe, wenn sie kommt!

Die Produktion des Oberstufentheaters von St. Stephan greift all die Konflikte auf, die in der Französischen Revolution vor über 200 Jahren durchirrt wurden. Der Mord am großen Vordenker und Gewaltmotivator Jean Paul Marat prägt das Stück Charenton. Nation. Revolution” – entwickelt anhand von Peter Weiss’ berühmtem Drama Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats, dargestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton unter Anleitung des Herrn de Sade”.
Die zentrale Idee bleibt: Die Insassen eines Irrenhauses wollen den berühmten Mord nachspielen und geraten dabei selber in Gewaltphantasien, Revoltendurst und Destruktion. Die Krankenpfleger und der Anstaltschef haben alle Hände voll zu tun, das erbaulich-gedankenreiche Stück irgendwie glimpflich ins Ziel zu bringen.

Charenton. Nation. Revolution
nach Marat/​Sade” von Peter Weiss
gespielt vom Oberstufentheater St. Stephan
Leitung: Matthias Ferber
Montag und Dienstag, 16. und 17. März 2026
jeweils um 19.30 Uhr in der Großen Aula
90 Minuten in der Irrenanstalt bei freiem Eintritt

  • Der Tod des Marat” (1793), Gemälde Öl auf Leinwand von Jacques-Louis David (1748 – 1825)

Berühmt geworden ist Marats »Mord in der Badewanne« durch ein Gemälde des Franzosen Jacques-Louis David. Unter einer quälenden Hautkrankheit leidend, lebt Marat gewissermaßen in der Badewanne und steuert von dort aus die Revolutionshinrichtungen. Im Stück ist der radikale Individualist Marquis de Sade der Gegenspieler Marats: Er macht die Irren zu Akteuren – und kann seinerseits nicht verhindern, dass letzendlich doch alle nach einem großen Anführer rufen und Unterwerfungslust zeigen. Ein gewisser Napoleon Bonaparte kommt da gerade recht …

  • Abischag Prem: Sie spielt François Simonnet de Coulmier, den schöngeistigen Leiter der psychischen Heilanstalt Charenton.
  • Sophia Paula, Johanna Haberl, Livia Schuierer, Viktoria Bauerhin, Johannes Simmons, Helena Engel, Joseph Kolland, Frieda Rothe, Cajetana Preising, Emina Treiß: Sie spielen die Insassen des Hospizes Charenton und übernehmen dabei in wechselnder Reihenfolge auch die Rolle des radikalen Revolutionärs und scharfen Jakobiners Jean Paul Marat, der wegen seiner belastenden Hautkrankheit in der Badewanne lebt und von dort aus die Umwälzungen der Revolution anleitet.
  • Emma-Fe Miller: Sie spielt als Insassin die Simonne Evrard, Ehegattin des Revolutionärs Marat, die ihren hautkranken Gatten aufopferungsvoll in seiner Badewanne pflegt.
  • Anna Matzak, Leni Krause, Zoe Kruckow und Judith Becker (v. l. n. r.): Sie spielen das Pflegepersonal der Heilanstalt Charenton.
  • Josefine Weiand-Unseld: Sie spielt eine schlafkranke Anstaltsinsassin, die die Attentäterin Charlotte Corday spielt.
  • Samuel Winckhler: Er spielt einen Pfleger in Charenton, der den Ausrufer, den ordnenden Geist des Heilanstalt-Theaterprojektes, spielt.
  • Jakob Palme: Er spielt einen erotomanen Patienten im Hospiz Charenton, der den Duperret, einen gemäßigten Girondisten, spielt.
  • Elijah Hofmann: Er spielt als Hospiz-Insasse den radikalen Jakobiner Jacques Roux, ein ehemaliger Priestermönch, der sich ganz der Befreiung der Gesellschaft gewidmet hat.
  • Joel Dorn: Er spielt den Marquis de Sade. Donatien-Alphonse-François de Sade, als Schriftsteller und Philosoph Befürworter von Freigeistigkeit, sexueller Enthemmung und Nihilismus, verbrachte wegen seiner provokativen Texte und Skandale viele Jahre in Gefängnissen und Irrenanstalten.
  • Adrian Sommer: Er liefert das Sounddesign des Theaterabends.
  • Matthias Ferber: Er leitet die 21-köpfige Theatergruppe und führt Regie.

Im Zeitalter der Autokraten und der Angst um die Demokratie, in einer Phase der politischen Gewalt und des übersteigerten Individualismus ist Charenton. Nation. Revolution” geradezu visionär:

  • Was passiert, wenn kompromisslose Radikalgerechtigkeit (Marat) auf resignativen Freiheitsindividualismus (de Sade) trifft?
  • Was passiert, wenn das scheinbar harmlose Theaterspielen in echte Revolte umschlägt?
  • Was passiert, wenn die Irren an die Macht kommen?

Kommt alle und seht! 
Seid dabei, wenn die Große Aula zur Irrenanstalt mutiert!