„Schau mal in die Augen, Kleines!“

  • Im Team werden die Schweineaugen seziert und ihre Einzelteile betrachtet.
  • Hier ist eine ruhige Hand und Präzision gefordert, denn die Sezierwerkzeuge sind scharf und das Schweineauge glitschig ...
  • Natürlich muss der Biologiesaal danach auch wieder aufgeräumt und vor allem die Sezierschalen von den Augenresten befreit werden.

Haben Sie sich schon einmal überlegt, was mit den Fleischresten beim Metzger passiert? Richtig. Das, was sich nicht an der Theke verkaufen lässt, wird stattdessen einfach weggeworfen – weil es viele Leute nicht einmal freiwillig anfassen wollen.

Eine Schweinshaxe essen wir, aber ein Schweineauge finden wir abstoßend. Genau diese Erfahrung durften meine Klassenkameraden der Klasse 9a und ich im Biologieunterricht vor den Faschingsferien machen, als wir Schweineaugen sezierten, die eine Mitschülerin vom Metzger mitgebracht hatte. Zuerst zeigte uns unser Biologielehrer Tilmann Abele, wie wir vorgehen sollten. Es war erstaunlich schwer das Auge aufzuschneiden. Aus ihm trat der zähflüssige, durchsichtige Glaskörper aus. Interessant war es, die feste, kugelförmige Linse frei zu präparieren.

Das Reinigen der Präparierschalen von den Augenresten war keine besonders schöne Angelegenheit. Auch wenn es etwas widerlich war, handelt es sich doch um eine interessante und lehrreiche Erfahrung, da es mir – und ich denke, ich spreche im Namen der meisten meiner Mitschüler – geholfen hat, eine genauere Vorstellung von der Konsistenz und dem Aufbau des menschlichen Auges zu bekommen. Die Frage ist nur: Werden wir Schweinen in Zukunft noch ohne Weiteres in die Augen sehen können? Ich werde sie jedenfalls nicht mehr ganz mit denselben Augen ansehen. Und ich hoffe, der Pressack schaut nie zurück, wenn ich ihn anschaue.