„Schule in der Kiste“ – eine besondere Bildungseinrichtung

  • Angelika Vogler-Rieger von UNICEF stellte die „Schule in der Kiste“ vor: Ein UNICEF-Projekt für Kinder in allen Krisenregionen der Welt.
  • So schaut die „Pop Up“-Schule etwa in Afrika aus: Kiste auf! und schon kann der Unterricht beginnen.
  • Hier hat Angelika Vogler-Rieger die Tafel in der Hand: Ein Pinsel und eine Dose mit schwarzer Farbe, das genügt, um aus einer Wandfläche eine Kreidetafel zu machen.
  • Diese textile Buchstabenkarte kann in einem Baum aufgehängt werden, schon wird daraus ein Schulraum: Mit verblüffend einfachen Mitteln kann Schule für Kinder in Krisenregiuonen gelingen.
  • Auch drei junge Ehrenamtliche der Arbeitsgruppe UNICEF Augsburg waren mitgekommen, um für die Kinderrechte zu werben: Das Recht auf Bildung gehört dazu!

Die Woche nach den Osterferien stand ganz im Zeichen des Lesens. Neben unterschiedlichen Aktionen rund um den Welttag des Buches am 23. April 2022 nahmen verschiedene Klassen unserer Schule am Projekt „Lesen für UNICEF“ teil. In diesem Rahmen besuchte Angelika Vogler-Rieger von UNICEF die Klasse 6c, um den Schülerinnen und Schülern das großartige Bildungsprojekt „Schule in der Kiste“ vorzustellen.

UNICEF – Was bedeutet das Wort eigentlich?

Einleitend erklärte Frau Vogler-Rieger die berühmte Abkürzung: UNITED NATIONS INTERNATIONAL CHILDREN’S EMERGENCY FUND, eine Einrichtung, die am 11.12.1946 in New York als Reaktion auf die verheerenden Zustände im Nachkriegsdeutschland gegründet worden war. Sie sorgte ganz praktisch für Hilfslieferungen nach Deutschland, kümmerte sich bei den Kindern um die tägliche Einnahme von Lebertran oder organisierte und finanzierte Mittagsspeisungen für die Kinder. Seitdem 1953 in Deutschland ein eigenes UNICEF-Komitee gegründet worden war, entstanden bis heute allein in Deutschland 150 Arbeitsgruppen, die sich alle ehrenamtlich um Kinder, die von Not und Krieg bedrängt werden, kümmern.

Alle Kinder haben ein Recht auf Bildung

Zwar ist bereits seit 1959 in den Kinderrechten verankert, dass Kinder ein Recht auf Bildung haben, doch was geschieht, wenn Schulen durch Krieg zerstört werden, Kinder durch Gräueltaten ihre Familien im Krieg verlieren, sie also jeglichen Haltes beraubt werden? Die UNESCO und UNICEF taten sich nach den Erfahrungen aufgrund der schrecklichen Kriegsereignisse in Ruanda 1994 zusammen und entwickelten ein bahnbrechendes Projekt: „Schule in der Kiste“.

Schule in der Kiste

Was ist das? Eine große Metallkiste, die Schulmaterial für 40 Kinder enthält und mit dem überall im Freien oder in Zelten unterrichtet werden kann. Darin befinden sich unter anderem Hefte, Lesebücher in der jeweiligen Sprache, Tücher mit dem großen Einmaleins, die, mit Ösen versehen, überall aufgehängt werden können, eine Uhr, ein Metermaß, Stifte mit Radiergummi, ein großes Lineal, ein großer Zirkel, Schiefertafeln mit Kreide. Und was fehlt? Richtig, eine Tafel. Dieses Problem wird ganz pragmatisch gelöst, indem z. B. eine Wand durch das Auftragen von schwarzer Farbe, die sich ebenfalls in der Kiste befindet, zur Tafel umgestaltet wird. Die gesamte Materialbestückung einer Kiste für 40 Kinder kostet 150 €.

Schulunterricht hilft beim Überleben

Die Kinder werden jeden Tag zwei bis drei Stunden unterrichtet. So erhalten sie eine feste Struktur in ihrem Tagesablauf, der ihnen auch ermöglicht, mit den schrecklichen Erlebnissen umzugehen. Ja, Schule hilft beim Überleben!

Die Schülerinnen und Schüler hörten der kundigen Frau Vogler-Rieger gebannt zu und fanden schließlich auch klare Worte, als ein Schüler meinte: „Dann haben wir ja ein Luxusproblem, wenn der Beamer mal nicht funktioniert.“

Ein großer Dank geht an Frau Vogler-Rieger, die sich die Zeit genommen hat, über die Schule in der Kiste zu informieren.