Schule und Handy – Wie kann’s gehen?

  • Die Augsburger Allgemeine griff das Thema der schulischen Nutzung privater Mobiltelefone in großer Aufmachung auf: St. Stephan gehört zu den 135 Schulen, die an einem zweijährigen Schulversuch teilnehmen.

Mobiltelefone sind in Bayerns Schulen verboten: Das wissen alle – und nehmen die Regelung des Schulgesetzes nur teilweise ernst. Nun sollen Schulen in allen Bezirken Bayerns konkrete Erprobungen durchführen, wie mit klaren Regeln und verständigem Blick für die schulische Belange einerseits und die Alltagsrelevanz der Mobiltelefone andererseits zeitgemäße Lösungen des Themas aussehen können.

Am 31. August gab Kultusminister Bernd Sibler in München die 135 Schulen bekannt, die am Versuch zur „Privaten Nutzung von Mobiltelefonen und digitalen Speichermedien durch Schülerinnen und Schüler in der Schule“ beteiligt sind – und St. Stephans Bewerbung kam zum Zug.

Das Gymnasium bei St. Stephan ist dieser Entwicklung schon ein Stück voraus: Nach einem mehrstufigen Prozess im Rahmen der Schulentwicklung war bereits zum 1. August 2017 das Konzept zur Handynutzung fertig und durch Schüler- und Elterngremien abgesegnet. Im Schulversuch sollen zeitliche, räumliche und altersspezifische Lösungen an den Schulen beraten und festgelegt werden. Diesen Schritt ist St. Stephan mit seiner einvernehmlichen Regelung schon gegangen: Dort wird der respektvolle Umgang in den sozialen Netzwerken ebenso festgehalten wie das nach wie vor geltende Nutzungsverbot auf dem Schulgelände. Zugleich wurden zwei Ausnahmen für die höheren Schülerjahrgänge geschaffen.

Der Schulversuch ist auf zwei Jahre angelegt und endet mit dem Schuljahr 2019/20. Er wird fachlich durch das Münchner Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) begleitet und evaluiert. Auf Basis der Erkenntnisse aus der Praxis kann eine mögliche Neuregelung der privaten Nutzung von digitalen Speichermedien an den Schulen ausgelotet werden. Dass an diesem Prozess die gesamte Schulfamilie beteiligt ist, ist für Minister Sibler genauso wichtig wie für die Schulen vor Ort.

Die Augsburger Allgemeine griff in der Wochenendausgabe vom ersten Septemberwochenende das Thema auf und interviewte Schulleiter Bernhard Stegmann. Der machte deutlich, dass das Thema Mobilgeräte eine große Herausforderung für jede Schule ist: „Wir dürfen nicht kapitulieren“, betonte er, „denn die Schule muss ein geschützter Raum bleiben“. Ungestörtes Lernen und die Wahrung der Persönlichkeitsrechte, die gerade von Heranwachsenden (noch) nicht durchdrungen werden, sind eine Kernforderung an eine demokratische und lebenswerte Schule.

Im Medienkonzept, das im Laufe des Schuljahres 2018/19 an St. Stephan entstehen wird, werden all diese Themen von Medienerziehung über Kommunikationsschulung bis Mobbingschutz eine Rolle spielen. Der Schulversuch bietet die einmalige Gelegenheit, nicht nur Regelungen zu treffen, sondern in eine pädagogische Arbeit als dauerhaften Prozess des Lernens einzusteigen. Ina Marks von der Augsburger Allgemeinen formuliert es so: Die Herausforderung heißt, Heranwachsenden „einen sensiblen und vernünftigen Umgang mit WhatsApp, Facebook und Co. beizubringen.“