Spektakel live: Mond stellt Sonne in den Schatten

  • 11:35 Uhr. Die schwarze Mondscheibe (Neumond!) schiebt sich von Norden (oben) vor die Sonne.Die Begrenzungslinie der Mondscheibe zur Sonne ist etwas unruhig gezackt; der Grund sind Krater und Berge am Mondrand. Markant die beiden Fleckengruppen auf der Sonne links (Osten) und rechts.
  • 11:55 Uhr. Der Mond hat sich nach Südosten, auf die östliche Fleckengruppe zu, vorgearbeitet. Die westliche Gruppe liegt außerhalb des Bildes.
  • 12:15 Uhr. Die östliche Fleckengruppe ist vom Mond geschluckt; die westliche liegt (hier nicht sichtbar) am unteren Bildrand rechts.
  • Die partielle Sonnenfinsternis vom 25. Oktober 2022 im Überblick: Die Wanderung des Mondes ließ sich bei bestem Wetter hervorragend mitverfolgen.
  • 22 mal Sonnenfinsternis als Lochkamerabild (rechtes Bild). Durch 22 kleine Löcher in einem Pappkarton, angeordnet als Buchstaben ST., wird die teilweise verfinsterte Sonne auf eine etwa 1 m entfernte weiße Fläche projiziert. Das linke zeigt den direkten Blick von hinten auf die „Lochkamera“ in Richtung Sonne. (Der Originalschriftzug aus über 200 Löchern lautet „STERNWARTE ST. STEPHAN“. Er wurde 1999 zur totalen Sonnenfinsternis von Benedikt Kailing, damals Schüler der 6. Klasse, in den Karton gestanzt.)

Ein Stück Mondschatten bekam am Dienstag, 25. Oktober, auch Augsburg ab, so dass wir das Verfolgungsrennen „Mond gegen Sonne“ beobachten konnten: Der Neumond wurde auf einmal sichtbar. Wie immer blieb der Mond Sieger, zieht er doch – von der Erde aus gesehen – auf seiner kleinen Innenbahn zwölfmal schneller als die Sonne von West nach Ost durch den Sternen- oder eben Tageshimmel.

Bei bestem Wetter konnten wir mit Schutzbrillen und Filtern ausgerüstet mittags live erleben, wie er sich als schwarze Scheibe am Nordrand der Sonne innerhalb von gut zwei Stunden unaufhaltsam von „rechts nach links“, also von West nach Ost vorbeischob und im Maximum um Viertel nach Zwölf etwa ein Viertel der Sonne verdunkelte.

Die Sonne hatte sich die Tage zuvor gerade rechtzeitig zwei Fleckengruppen, herrlich platziert, als dunkle Markierungspunkte zugelegt, so dass sich der Weg der schwarzen Mondscheibe umso besser verfolgen ließ. Ganz deckt der Mond die Sonne ja nur dann ab, wenn sie, er und die Erde genau in einer Linie stehen. Diesmal stand er auf seiner sehr geneigten Bahn ein wenig zu weit „oben“, also nördlich, darum konnte er die Sonne nur teilweise, eben am Nordrand, verdecken. Die nächsten totalen Sonnenfinsternisse für Europa sind am 12. August 2026 (Nordspanien) und am 02. August 2027 (Gibraltar) zu beobachten.