Stephania im Druck – Stephaner vor Ort

  • Johanna Mayr-Walch (rechts), die Geschäftsführerin der Druckerei Joh. Walch, nahm sich viel Zeit für die Stephanergruppe: Hier an der Schnittstelle von Computer- und Printtechnik. Ganz links im Bild P. Emmanuel Andres, der Leiter der Projektgruppe.
  • Erste 32-Seiten-Bögen aus der Hochleistungsdruckstraße: Im Ausschusskorb können sich die Jungautoren einen Blick in die ersten Druckergebnisse der Jahresschrift verschaffen – denn in der Automation rasen die Druckbögen blitzschnell weiter in den nächsten Prozessschritt.
  • Farbandruck in Blau: „Cyan“ – wie die Drucker sagen – ist neben rot („Magenta“), gelb („Yellow“) und schwarz („Key“) die erste Druckphase im Vierfarbdruck.
  • Druckereimitarbeiter Rene Franke erklärt in den Werkshallen von Joh. Walch in Haunstetten den jungen Stephania-Autorinnen und -Autoren Grundlagen des modernen Printverfahrens.
  • So wird die Stephania 88 auf dem Titelblatt aussehen: Der Andruck im scharfen Licht auf dem Gleittisch.

Eine einmalige Gelegenheit bot sich den Mitgliedern des P-Seminars Deutsch der Q12 an: Sie konnten in der Druckerei Joh. Walch in Augsburg-Haunstetten live beim Druck der Stephania, dem Jahrbuch für alle Ehemaligen und Freunde von St. Stephan, dabei sein. In der diesjährigen Ausgabe werden nämlich ihre Reportagen über 17 „Stephaner in der Hauptstadt“ veröffentlicht. Damit kommt das gleichnamige Projekt an seinen Zielpunkt, nachdem die Gruppe über ein Jahr lang darauf hingearbeitet hatte: Die Seminarteilnehmer beschäftigten sich mit journalistischer Arbeit, recherchierten im Vorfeld und schließlich in Berlin selbst über die ausgewählten Partner und setzten ihre entstandenen Portraits dann der gegenseitigen Kritik aus. Und schließlich gehört die Begleitung des Textes durch Layout, Druck, Bindung und Versand auch noch dazu.

Einmalig war die Chance, die eigenen Texte im Druckprozess zu sehen, auch deshalb, weil die Zeitspanne, in der das möglich ist, sehr gering ist: In nur sechs Stunden ist das immerhin über 200 Seiten starke Heft bei einer Auflage von 5400 Exemplaren komplett gedruckt! Die erst seit einem Jahr in Betrieb genommene Druckmaschine – in ganz Deutschland noch ausgesprochen selten – macht bei doppelseitigem und sofort trocknendem Druck dabei ihrem Namen alle Ehre: Rapida – so konnte die staunende Gruppe es in großen Lettern lesen.

Begeistert entdeckten die Schülerinnen und Schüler sich auf den einfarbigen Druckplatten, zogen aus den überschüssigen Druckbogen eigene Seiten heraus und versuchten die rasende Geschwindigkeit des Papiereinzugs und anderer Vorgänge aufs Bild zu bannen. Auch um den eigentlichen Druckvorgang herum boten Johanna Mayr-Walch, die das Familienunternehmen in achter Generation führt, und ihr Mitarbeiter Rene Franke einen faszinierenden Einblick in die Funktionsweise und Möglichkeiten einer Druckerei, die absolut auf der Höhe ihrer Zeit ist und sich auf einem durch Internetdruckereien und private Möglichkeiten für Kleindrucke schwierigen Markt mit hochwertigen Druckprodukten ihren Platz sichert – und die damit verknüpften zahlreichen Arbeitsplätze unterschiedlichster Berufssparten, über die man ganz nebenbei vieles erfahren und lernen konnte.

Lange wird es nicht mehr dauern, denn bis Mitte Dezember wird das aktuelle Heft der Stephania, ein buntes Kaleidoskop stephanischen Lebens im Jahr 2016, nicht nur in den Händen der Jungautoren aus dem P-Seminar, sondern auch in denjenigen aller ehemaligen Schüler und Freunde von St. Stephan, liegen. Und dann steht den Lesefreuden nichts mehr im Wege, um zu erfahren, was Altstephaner in der deutschen Hauptstadt so alles treiben.