Tag des Judentums

  • Ein Blick auf die Stätten der Augsburger Juden
  • Die Tora im Eingangsbereich des Museums zeigt das Zentrale des Judentums.
  • Interessante Erklärungen im Museum

Frieden – das jüngste Motto des bischöflichen Hilfswerks Adveniat erinnert uns nicht zuletzt an die Bedeutung eines solidarischen und toleranten Zusammenlebens von Menschen verschiedener Kulturen und Religionen. In der friedvollen Begegnung wird das Unbekannte zum Vertrauten und der Fremde zu einer Bereicherung.

Was es bedeutet, einer fremden Religion zu begegnen und im selben Zuge aus ihr zu lernen, haben 50 Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen am 14.01.2020 wortwörtlich mit ganzem Leibe erfahren dürfen. Statt des üblichen Schulgebäudes startete ihr Dienstagvormittag im stadtbekannten Kino ‚Liliom‘ zur Aufführung des Filmes ‚Exodus: Götter und Könige‘ (2014). Bereits in vorgehenden Stunden haben sie gelernt, dass sowohl Juden, Muslime als auch Christen große Teile der Heiligen Schrift, darunter auch das zweite Buch Mose, teilen. Mit eindrucksvollen Bildern einer biblischen Verfilmung wanderten die Jugendlichen weiter zur Synagoge in der Halderstraße. Der Monumentalbau des anfänglichen 20. Jahrhunderts zeigt sich nicht nur als Dokument jüdischer Geschichte in Bayern, sondern auch als Sinnbild eines gelebten Glaubens, der – nach der Vernichtung der jüdischen Gemeinde in der NS-Zeit – heute wieder als Zentrum einer rund 1500 Personen starken Glaubensgemeinschaft erblüht. Im Rahmen einer vielseitigen Führung durch das zugehörige Museum kamen die Jugendlichen dem jüdischen Glauben als solchem, aber auch seiner historischen Entwicklung in Augsburg mit allen Sinnen näher: Die jüdischen Zentren auf einer historischen Karte Augsburgs entdecken, den Sabbat durch ein Hawdala-Gewürz riechen und selbst eine Kippa beim Betreten der imposanten Synagoge tragen – Höhepunkte, die zum Staunen und Nachdenken anregten.

Bei allen neuen Informationen hatten aber auch die Schülerinnen und Schüler stets die Möglichkeit, eigenes Wissen einzubringen und Nachfragen aus vergangenen Schulstunden zu stellen. Wer jedoch wissen möchte, warum die mehr als 100 Jahre alte Synagoge trotz Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg immer noch steht und was dies mit ihrem unmittelbaren Umfeld zu tun hat, der muss dem Museum selbst einen Besuch abstatten.