Vortrag: Strafvollzug ohne Gefängnisse

  • Rechtsanwalt Dr. Thomas Galli, Altstephaner und vormaliger Leiter von Justizvollzugsanstalten, tritt als Autor und Redner für eine grundlegende Abkehr des Strafvollzugs von Gefängnisstrafen ein.

Dieser Vortragstitel ist durchaus brisant: „Die nicht mehr zeitgemäße Institution ‘Gefängnis’ und ihre möglichen Alternativen“. Zu diesem Thema spricht der Augsburger Rechtsanwalt und Altstephaner Dr. Thomas Galli am Freitag, den 14. Oktober 2022 um 19.30 Uhr in der Kleinen Aula am Gymnasium bei St. Stephan.

Galli macht aus seinen Überzeugungen keinen Hehl: Als früherer Gefängnisleiter weiß er, wovon er spricht. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften, Kriminologie und Psychologie war Galli von 2001 bis 2016 über fünfzehn Jahre lang im Strafvollzug tätig. 2013 wurde er Leiter der JVA Zeithain in Sachsen, 2015 betreute er über ein halbes Jahr lang zusätzlich die JVA Torgau als Leiter mit. Seine Beobachtungen, Überlegungen und Schlüsse hat Galli in mehreren Büchern veröffentlicht, zuletzt im Titel „Weggesperrt. Warum Gefängnisse niemandem nützen“ von 2020. Galli spricht sich dafür aus, Präventionsangebote auszubauen und von einer „rückwärtsorientierten Vergeltung von Schuld“ umzuschwenken auf eine aktive Wiedergutmachung der Täter, die für ihre Taten ernsthaft Verantwortung übernehmen. So könnten auch die Bedürfnisse der Opfer stärker in den Blick rücken und die Resozialisierung der Täter ernsthafte Bedeutung erlangen.

Der Vortrag mit anschließender Diskussion richtet sich an alle Interessierten in Augsburg und Umgebung. Besonders eingeladen sind die Mitglieder des „Vereins der Freunde und Förderer“ St. Stephans, die am selben Abend um 18.00 Uhr zu ihrer jährlichen Mitgliederversammlung in die Kleine Aula zusammentreten.

Zum Vortrag von Dr. Thomas Galli lädt St. Stephan herzlich ein. Das Literaturportal kritisch-lesen.de urteilt jedenfalls über Galli: „Sein Entwurf einer Zukunft ohne Gefängnisse wirkt weniger wie eine ferne Utopie, sondern vielmehr wie eine ganz konkrete Alternative.“