Wenn Knäckebrot tröstet – Lesung mit Judith Allert
Was haben ein alter VW-Bus, eine Knäckebrotdose und jede Menge Mut gemeinsam? Richtig: Sie spielen eine wichtige Rolle in einem Roadtrip! Mit viel Humor, ehrlichen Worten und viel Herz stellte die Kinderbuchautorin Judith Allert den fünften Klassen ihren Roman „Knäckebrothelden“ vor – und bewies, dass man sogar über schwere Themen lachen (und nachdenken) kann.
Denn im Mittelpunkt der Lesung stand ein Thema, das oft als schwierig und abstrakt gilt: der Tod. Judith Allert erzählte offen, dass sie die Idee zu „Knäckebrothelden“ aus ihrer eigenen Erfahrung schöpfte – dem Tod ihres Vaters vor einigen Jahren. So nennt sie es auch ihr „Papa-Buch“, denn ihr Wunsch war es, ein Buch zu schreiben, das tröstet, dem Tod ein Stück weit den Schrecken nimmt und zeigt, dass Trauer und Lachen manchmal näher beieinanderliegen, als man denkt.
Ein Roadtrip, ein Puzzle und eine ziemlich besondere Idee
Eigentlich wollte Judith Allert schon lange einen Roadtrip-Roman schreiben. So entwickelte sich die Geschichte von den „Knäckebrothelden“ dann Stück für Stück wie ein Puzzle: Familie, Abschied, Reise – und irgendwann passte alles zusammen. Auch die Idee mit der Knäckebrotdose war kein Geistesblitz, sondern entstand nach und nach. Die Dose gab es zuerst bei ihr zuhause, dann brauchte sie im Roman ein Behältnis für die Asche des Großvaters – und schon war eine der ungewöhnlichsten (und einprägsamsten) Ideen des Buches geboren.
Worum es in „Knäckebrothelden“ geht
Die Geschichte handelt von einer Familie, die den letzten Wunsch des verstorbenen Opas erfüllen will: Gemeinsam fahren sie mit einem alten VW-Bus ans Meer – mit dabei die Asche des Großvaters in der Knäckebrotdose. Auf dieser Reise passieren viele verrückte Dinge, die zwar für Chaos und Herausforderungen sorgen, die Familie aber immer näher zusammenbringen.
Erzählt wird alles aus der Sicht von Samuel (Sam), etwa 13 Jahre alt und eigentlich ein ziemlicher Schisser. Vor fast allem hat er Angst. Doch sein Opa war sein großer Held, und nun will Sam die trauernde Familie „retten“ – so, wie es der Opa getan hätte. Dabei wächst er über sich hinaus, wird mutiger und wird am Ende selbst zu einem echten „Knäckebrothelden“.
Von Mini-Büchern, Wollschweinen und Vorbildern
Schon als Kind liebte Judith Allert das Schreiben und erfand Mini-Bücher – inklusive Figuren wie „Prinzessin Kate“, lange bevor es die echte englische Prinzessin gab. Ihre große Liebe gilt bis heute der Natur und den Tieren. Sie lebt auf einem Bauernhof mit ihrem ganz eigenen „Tierpersonal“: Wollschweine, Hühner, Hunde, Katzen und sogar Esel – und viele davon finden auch den Weg in ihre Bücher. Literarisch fühlt sie sich besonders Christine Nöstlinger verbunden, auch wenn sie Klassiker wie „Ronja Räubertochter“ oder „Krabat“ tief im Herzen trägt. Trotzdem betonte sie, dass sie keine Kopie anderer Autorinnen sein möchte, sondern ihren ganz eigenen „Judith-Allert-Stil“ entwickeln wollte – was ihr inzwischen eindrucksvoll gelungen ist.
Neugier, Fragen und Lust aufs eigene Schreiben
Die fünften Klassen hatten sichtlich Spaß an dieser witzigen, chaotischen und zugleich berührenden Lese-Reise. So endete die Lesung nicht etwa still und leise, sondern mit einem nicht enden wollenden Fragensturm an die Autorin. Ein deutliches Zeichen dafür, wie sehr die Schülerinnen und Schüler inspiriert wurden – vielleicht ja sogar fürs eigene Schreiben.