Wenn Knäckebrot tröstet – Lesung mit Judith Allert

  • Einen rasanten, spannenden und ein bisschen chaotischen Roadtrip bescherte Judith Allert ihrem jungen Publikum.
  • Woher stammen nur all die verrückten Ideen? Natürlich aus dem Leben selbst, ihrem Bauernhof und ihren zahlreichen Tieren.
  • So fesselte sie die Fünftklässlerinnen und Fünftklässler mit viel Humor, witzigen Anekdoten und einem ernsten Thema … das aber in den Knäckebrothelden“ gar nicht so ernst umgesetzt war.
  • Bereits im Vorfeld hatten sich die Klassen im Unterricht mit der Autorin und ihrem Roman beschäftigt, sodass viele ihre Bücher mitgebracht hatten.
  • Die berüchtigte Knäckebrotdose! Darum dreht sich alles im Roman.
  • Viele Fragen wirft der Roman, sein Thema und überhaupt das Schreiben bei den Kindern auf. Und Judith Allert beantwortet alle.
  • Am Ende galt es Danke zu sagen und diese wunderbare Autorin mit einem neuen Notizbuch auszustatten, damit den Knäckebrothelden“ noch viele weitere Helden und Geschichten folgen können.

Was haben ein alter VW-Bus, eine Knäckebrotdose und jede Menge Mut gemeinsam? Richtig: Sie spielen eine wichtige Rolle in einem Roadtrip! Mit viel Humor, ehrlichen Worten und viel Herz stellte die Kinderbuchautorin Judith Allert den fünften Klassen ihren Roman Knäckebrothelden“ vor – und bewies, dass man sogar über schwere Themen lachen (und nachdenken) kann.
Denn im Mittelpunkt der Lesung stand ein Thema, das oft als schwierig und abstrakt gilt: der Tod. Judith Allert erzählte offen, dass sie die Idee zu Knäckebrothelden“ aus ihrer eigenen Erfahrung schöpfte – dem Tod ihres Vaters vor einigen Jahren. So nennt sie es auch ihr Papa-Buch“, denn ihr Wunsch war es, ein Buch zu schreiben, das tröstet, dem Tod ein Stück weit den Schrecken nimmt und zeigt, dass Trauer und Lachen manchmal näher beieinanderliegen, als man denkt.

Ein Roadtrip, ein Puzzle und eine ziemlich besondere Idee

Eigentlich wollte Judith Allert schon lange einen Roadtrip-Roman schreiben. So entwickelte sich die Geschichte von den Knäckebrothelden“ dann Stück für Stück wie ein Puzzle: Familie, Abschied, Reise – und irgendwann passte alles zusammen. Auch die Idee mit der Knäckebrotdose war kein Geistesblitz, sondern entstand nach und nach. Die Dose gab es zuerst bei ihr zuhause, dann brauchte sie im Roman ein Behältnis für die Asche des Großvaters – und schon war eine der ungewöhnlichsten (und einprägsamsten) Ideen des Buches geboren.

Worum es in Knäckebrothelden“ geht

Die Geschichte handelt von einer Familie, die den letzten Wunsch des verstorbenen Opas erfüllen will: Gemeinsam fahren sie mit einem alten VW-Bus ans Meer – mit dabei die Asche des Großvaters in der Knäckebrotdose. Auf dieser Reise passieren viele verrückte Dinge, die zwar für Chaos und Herausforderungen sorgen, die Familie aber immer näher zusammenbringen.
Erzählt wird alles aus der Sicht von Samuel (Sam), etwa 13 Jahre alt und eigentlich ein ziemlicher Schisser. Vor fast allem hat er Angst. Doch sein Opa war sein großer Held, und nun will Sam die trauernde Familie retten“ – so, wie es der Opa getan hätte. Dabei wächst er über sich hinaus, wird mutiger und wird am Ende selbst zu einem echten Knäckebrothelden“.

Von Mini-Büchern, Wollschweinen und Vorbildern

Schon als Kind liebte Judith Allert das Schreiben und erfand Mini-Bücher – inklusive Figuren wie Prinzessin Kate“, lange bevor es die echte englische Prinzessin gab. Ihre große Liebe gilt bis heute der Natur und den Tieren. Sie lebt auf einem Bauernhof mit ihrem ganz eigenen Tierpersonal“: Wollschweine, Hühner, Hunde, Katzen und sogar Esel – und viele davon finden auch den Weg in ihre Bücher. Literarisch fühlt sie sich besonders Christine Nöstlinger verbunden, auch wenn sie Klassiker wie Ronja Räubertochter“ oder Krabat“ tief im Herzen trägt. Trotzdem betonte sie, dass sie keine Kopie anderer Autorinnen sein möchte, sondern ihren ganz eigenen Judith-Allert-Stil“ entwickeln wollte – was ihr inzwischen eindrucksvoll gelungen ist.

Neugier, Fragen und Lust aufs eigene Schreiben

Die fünften Klassen hatten sichtlich Spaß an dieser witzigen, chaotischen und zugleich berührenden Lese-Reise. So endete die Lesung nicht etwa still und leise, sondern mit einem nicht enden wollenden Fragensturm an die Autorin. Ein deutliches Zeichen dafür, wie sehr die Schülerinnen und Schüler inspiriert wurden – vielleicht ja sogar fürs eigene Schreiben.

  • Natürlich wurden die mitgebrachten Bücher am Ende auch noch signiert und jede und jeder konnte so einen ganz persönlichen Gruß mit nach Hause nehmen.