Wie man am Tegernsee überlebt

  • Diese Brücke bot die geeignete Perspektive, um die Seetüchtigkeit unserer selbst gebauten Boote zu beobachten.
  • Wie überlebt man in der freien Natur, wenn man nur wenige Hilfsmittel hat? Hier auf alle Fälle das wichtigste: ein Lagerfeuer, das wir selbst angefacht haben.
  • Wo gehört der Bettbezug nochmal hin? – Hier werden gerade wichtige Lektionen des täglichen Lebens gelernt.
  • Die Weißach nahe der Jugendherberge begleitete uns fast täglich bei unseren Unternehmungen.
  • Abseilen im steilen Gelände ist schwierig und erfordert Mut und Konzentration – auch wenn es hier ganz leicht aussieht.
  • Die Mutprobe – das Durchqueren eines engen, dunklen Rohres – kam nicht bei allen gut an. Wahrscheinlich wegen der Spinnen, Ratten und Schlangen, die darin vermutet wurden.
  • Schnee und Sonnenschein auf einer Wanderung nach „Siebenhütten“ und eine Schneeballschlacht bei 20 Grad.
  • Gut, wenn man für alle Fälle gerüstet ist. Man weiß ja nie, ob man noch ein Stück Wild erlegt oder sich einfach nur auf dem Holzstamm ausruhen will.
  • Tischtennis war mit die liebste Beschäftigung der Klasse – mit großen Überraschungstalenten (auch unter den Mädchen).
  • Trampolinspringen avancierte zur zweitliebsten Beschäftigung.
  • Natürlich braucht man auch den richtigen „style“ am Tegernsee – hier die schönsten Looks bei der Modenschau.
  • Da liegt er, der Tegernsee. Von hier oben betrachtet ist er fast am schönsten.

Der Tegernsee ist ein wildes Revier. Man muss schon höllisch aufpassen, wenn man dort unterwegs ist, dass man nicht unter die Räder kommt. Da gilt es das eigene Bett zu beziehen (mit die größte Herausforderung bereits am ersten Tag), sich geordnet am Buffet anzustellen, den eigenen Rucksack für die Wanderung richtig zu packen, ein Lagerfeuer anzuzünden sowie das Zimmer mit mehreren unterschiedlichen Menschen zu teilen, die man bisher nur aus dem Vormittagsunterricht in der Schule kannte.

Dies alles hat die Klasse 5a während ihrer Klassenfahrt nach Kreuth erlebt und ein paar echte „Survival-Tipps“ gesammelt.

Tipp 1: Steige nie in einen Bus ohne Fahrer!

Endlich am Bahnhof Tegernsee angekommen, rannten wir alle los zum Linienbus 9556, der uns zur Jugendherberge bringen sollte. Als die meisten Kinder schon im Bus saßen, kam ein Busfahrer griechischer Abstammung aufgebracht aus dem Bahnhofsgebäude und zeterte, dass es völlig unangebracht sei, in einen wartenden, leeren Bus einzusteigen. Doch er ließ uns auf den Plätzen sitzen, nicht ohne wütend Frau Weiland und Herrn Walcher mit griechischem Akzent zurechtzuweisen: „Wie solle Kinder lernen?“ – Es muss aber auch gesagt werden, dass er uns am letzten Tag noch einmal chauffierte und dieses Mal sogar bis direkt vor die Türe der Jugendherberge, obwohl die Bushaltestelle 100 Meter entfernt war.

Tipp 2: Teste deinen Musiklehrer!

Wenn du wissen willst, ob dein Musiklehrer fit und sportlich ist, dann vergiss einfach deinen Rucksack auf einer Bank und „bemerke“ es erst fünf Kilometer später. Du wirst erleben, wie dieser Musiklehrer sich ein Fahrrad von völlig wildfremden Menschen leiht, rasant losradelt und zehn Minuten später mit dem Rucksack in der Hand wieder angebraust kommt.

Tipp 3: Packe nicht zu viel Proviant ein und lade deinen Teller nicht zu voll!

Wenn man sich in der Früh Proviant für eine Wanderung einpackt, sollte man beachten, dass es nicht zu viel und nicht zu wenig ist. Man muss die Sachen nämlich alle selbst schleppen. Ich packte (Gott sei Dank) genau die richtige Menge ein: zwei Semmeln und eine Tüte Ernuss-Flips. Manche jedoch packten fünf Semmeln ein oder luden sich beim Frühstück einen solchen Berg Croissants auf den Teller, dass sie welche davon gleich wieder an Herrn Walcher abgeben mussten. Was mit den vielen übrigen Semmeln passierte, weiß ich aber nicht mehr so genau …

Tipp 4: Vermeide, ein Einhorn zu werden!

Auch wenn Einhörner schöne Tiere sind, sollte man vermeiden, selbst eins zu werden. Wenn du also durch den Wald bzw. unter einer Brücke hindurchläufst, solltest du darauf achten, kein Einhorn zu werden und immer in die Richtung schauen, in die du läufst. Ist es dann doch passiert und ein riesiges Horn schwillt auf deinem Kopf, dann hilft ein kühler, nasser Stein aus der Weißach, um es in Schach zu halten.

Tipp 5: Sei höflich, nimm Rücksicht und lass dich auf die Gemeinschaft ein!

Wenn man z. B. beim Personal der Jugendherberge nicht höflich fragt, kann es passieren, dass sie einem kein Geld wechseln und man dann ganz blöd dasteht, weil man sich nichts am Süßigkeitenautomaten kaufen kann. Außerdem kann es passieren, dass man den Hof fegen muss, wenn man die Hausregeln missachtet und aus dem Fenster klettert. Doch wenn man sich einmal selbst ein bisschen zurücknimmt, erlebt man, wie man miteinander viel Spaß haben und auch schwierige Aufgaben lösen kann.

Wenn ihr all das beachtet, dann wird die Zeit am Tegernsee wunderbar. Wir jedenfalls hatten eine tolle Woche!