Zwischen Realität und Schein …

  • Das Planetarium als „Höhle“: Im Blick auf die fesselnden Projektionen durchleben die Besucher genau das, was Platon im berühmten „Höhlengleichnis“ beschreibt und bedenkt.
  • Dunkelheit, starre Blicke in die Höhe, Stimmen aus dem Nichts … – Die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe übernehmen an diesem Nachmittag die Rolle derjenigen, die schon hinter die Bilder geblickt haben.
  • Dieses Dahinterschauen vollzieht sich anschließend gemeinsam in Gespräch und Diskussion über die zuvor durchlebten Eindrücke.
  • Sehr intensive und niveauvolle Gedanken prägten die abschließende Diskussion.

Auch in diesem Jahr lud der Griechisch-Oberstufenkurs aus der Q11 interessierte Schülerinnen und Schüler aus der Jahrgangstufe 10 zu einem Informationsabend über das Höhlengleichnis des antiken Philosophen Platon ein.

Zu Beginn versammelte sich die Gruppe im Planetarium der Schule, um dort auch das „Höhlen-Feeling“ durch die düstere Umgebung erst wirklich erlebbar zu gestalten. Durch verschiedene animierte Einspielfilme und Vorträge der Schüler, die stets durch einprägsame Beispiele gerahmt waren, wurden das Höhlengleichnis und sein Inhalt vermittelt. Dabei durften freilich auch die Grundgedanken der platonischen Philosophie, die der Denker in seinem Werk „Politeia“ für die Nachwelt fixiert hat, nicht fehlen. Die Kernüberlegungen zu „Sein“ und „Nichtsein“, zu „Idee“ und „Abbild“, sowie zur „Wahrheit“ und vor allem ihr Zusammenwirken und Wechselspiel miteinander standen hierbei im Mittelpunkt. Anschaulich unterstrich dies auch ein Filmausschnitt aus dem modernen Hollywood-Film „Matrix“, der eben genau diese Fragen in wenigen Szenen präzise aufgriff.

Sozusagen aus der Höhle hinaus in das anliegende Klassenzimmer begaben sich die Schüler im Anschluss zu einer Diskussion über die zuvor erarbeiteten Erkenntnisse und Thesen. Hier entspann sich der eigentliche Höhepunkt des Abends. Blieb die Unterhaltung, die ganz im Sinne der Dialoge von Platons Lehrer Sokrates gewesen wäre, zunächst noch am Höhlengleichnis und der näheren Erörterung dessen Inhalts haften, entwickelte sich durch diverse eingebrachte Beispiele, Fragen und Thesen bald eine lebhafte Debatte, die weit über das Grundthema hinausführte. Die Beiträge reichten von Kant und seinen Gedanken der Aufklärung, die in engem Verhältnis zum Höhlengleichnis zu sehen sind, über die Grundfrage nach Fortschritt und dem menschlichen Streben danach bis zu Theorien über moralische und ethische Prinzipien. Als guter Orientierungspunkte erwiesen sich am Ende jedoch immer wieder die Ideen Platons.

Der Abend bot somit für alle Beteiligten einen wahren Erkenntnisgewinn, nicht nur im neuen Wissen um die Philosophie Platons, sondern auch in den Gedanken, die in der Diskussion neu entwickelt und gefasst wurden.

Den hervorragend vorbereiteten Referenten der Q11 gilt herzlichster Dank!