Sprachenturnier: Teilnahme beim Bundesfinale
Das jährlich stattfindende Sprachenturnier der Organisation „Bildung und Begabung“ gibt den 60 besten Teilnehmenden aller Sprachen des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen und Kontakte zu knüpfen, wobei alleine und im Team Aufgaben, die mit schulischen in jeglicher Hinsicht unvergleichbar sind, mit Köpfchen gelöst werden müssen. Ich hatte die einmalige Freude, den Freistaat Bayern, das Gymnasium bei St. Stephan und meine erste Wettbewerbssprache Altgriechisch beim Sprachenturnier 2026 im norddeutschen Papenburg zu vertreten.
Im Laufe von drei Tagen gab es unterschiedlichste Aufgabentypen zu lösen: Direkt am Abend der Anreise wurden wir in einem Vortrag in aller Kürze mit der beinahe ausgestorbenen Sprache Saterfriesisch vertraut gemacht, die dem Althochdeutschen sehr ähnlich ist, und fanden uns in den zufällig eingeteilten Teams das erste Mal zusammen, mit denen wir ein kurzes Theaterstück inszenieren mussten.
Am folgenden Tag fuhren wir Bundesfinalisten in die Meyer-Werft, dem örtlichen Großunternehmen für Schiffbau, durch die wir eine interessante Führung erhielten, da die nächste Aufgabe darin bestand, eine Präsentation in der jeweiligen Fremdsprache über diese Werft zu halten. Weil man natürlich keine Präsentation nur auf Altgriechisch halten kann, mussten wir drei anwesenden Griechen nur kürzere Passagen auf Griechisch reden. Im Anschluss wurden uns jedoch Fragen auf Griechisch gestellt, die man in derselben Sprache beantworten musste – etwas, was in der Schule noch nie vorgekommen ist. Begleitet wurde der Tag natürlich auch von intensivem Üben unseres Theaterstückes.
Zu Beginn des dritten Tages stand eine Übersetzungsaufgabe vor den Altspracherlern: In Griechisch gab es eine phantasievolle Reisegeschichte eines nicht genannten Autors ins Deutsche zu übertragen, doch auch hier in bisher ungekanntem Ausmaß, denn in 45 Minuten gab es fast eine ganze Seite zu übersetzen, fast dreimal so viel wie in der Schule üblich. Gefolgt wurde dies von einem Gespräch über die zu lesende Literatur – die einzige Aufgabe in der gewählten Zweitsprache, in meinem Fall Englisch.
Mit einer zugeiteilten Partnerin haben wir uns etwa 15 Minuten lang in Englisch über das Buch „Dear Martin“ – eine Lektüre, die Rassismus in den USA tiefgründig behandelt – unterhalten und Gedanken mit den anwesenden Juroren ausgetauscht. Am Abend dieses Tages fand das Sprachenturnier zudem seinen Höhepunkt: die Aufführung der selbst geschriebenen und geprobten Theaterstücke. Alle 11 Teams glänzten mit multilingualen Stücken zu leicht abweichenden Themen, stets begleitet von zwei Theaterbetreuerinnen.
Am Tag der Abreise durfte natürlich die Preisverleihung nicht fehlen, bei der die Siegerinnen und Sieger der einzelnen Sprachen als auch die Besten der Gesamtwertung bekannt gegeben wurden. Honoriert wurden diese großartigen Leistungen mit Preisgeldern und für die Zweit- und Erstplatzierten einer Einladung zu einer weiterführenden Veranstaltung.
Insgesamt blicke ich auf diese Tage des Turnieres trotz des vielen Stresses äußerst positiv zurück, da ich bei einer einmaligen Gelegenheit sehr viele tolle, interessante Menschen aus ganz Deutschland kennengelernt habe und es mir sehr viel Freude bereitet hat, all dies, was mich dorthin gebracht hat, würdevoll zu vertreten.