Besuch in der Stadt der Gegensätze

  • „X-Tage“ in einer Mega-City: Erkundungen führten durch Frankfurts Innenstadt, hier an der Alten Oper.
  • Ein „Blick in die Röhre“ mit bewegten Bildern, die man selber weiterdrehen kann.
  • Vor dem Gebäude der Börse stehen die bronzenen Symbolfiguren der Börsianer: Der Bär verkörpert die Baisse …
  • … und der Bulle die Hausse: Beliebte Motive zum Besteigen und zum Fotografieren!
  • Gute Laune war ein Merkmal dieser X-Tage für die Schülerinnen und Schüler der Q12.
  • Die Frankfurter Skyline mit historischen Gebäuden: Die Geschichte der Stadt ist stets zum Greifen nah.
  • Auf dem Zentralplatz, dem „Römer“, wurde alte Frankfurter Bauweise im Fachwerkstil bewahrt. Rechts wacht Justitia auf der Brunnensäule über die Stadt.

Stellen Sie sich vor, Sie schlendern gemütlich eine kleine Wohngegend entlang, zu ihrer Rechten sehen Sie sich an der Eleganz stilvoller klassizistischer Stadtvillen satt, auf der anderen Seite säumen Pappeln eine schmale Straße. Eine idyllische Gegend, ruhig und gediegen, frei von jeder Geschäftstätigkeit und Hektik. Doch zwanzig Meter über Ihnen sieht die Welt anders aus. Ja, Sie haben richtig gelesen, über Ihnen. Denn wenn Sie den Blick einmal nach oben richten, strotzen Ihnen Wolkenkratzer und Bürogebäude in luftigen Höhen entgegen: Zentren von Handel und Kommerz. Genau so erging es der Gruppe der X-Tage bestehend aus Schülerinnen und Schülern der Q12 um Frau Kazianka und Herrn Walcher, als sie sich am ersten Tag des zweiten Teils ihrer Studienfahrt-Ersatztage in Frankfurt am Main auf den Weg in die Innenstadt machte.

Am Donnerstag, den 28.09.2021 sammelte sich die Runde am Augsburger Hauptbahnhof, abfahrbereit und allseits motiviert, waren doch die vergangen drei Ausflugstage Anfang Oktober noch in bester Erinnerung. Pünktlich erreichte sie Frankfurt am späten Vormittag und begab sich nach einem kurzen Einchecken im Hotel rasch auf den Weg in die Innenstadt. Dabei zeigte sich Frankfurt von einer für viele doch unvermutet historischen Seite. Immerhin war die Stadt in der deutschen Geschichte alles andere als unbedeutend: Angefangen bei der ersten deutschen Nationalversammlung, die im roten Sandsteinbau der Paulskirche tagte, bis hin zum Frankfurter Wirtschaftsrat, der die Grundlagen bundesdeutscher Marktwirtschaft schuf und eigentlich die Metropole am Main zur Hauptstadt erklären wollte.

Unter die vielen Bauten aus dem 19. Jahrhunderts mischten sich idyllisch Fachwerkhäuser, die sich vor allem rund um den Markt im Zentrum gruppierten. Der Römer – das Rathaus – mit seinem Krönungssaal durfte dabei nicht ausgelassen werden, ebenso wenig der Kaiserdom, in dem sich römisch-deutsche Könige und Kaiser über Jahrhunderte hinweg zum Herrscher über ein gewaltiges Reich in Mitteleuropa krönen ließen. Genauso durfte aber auch nicht die Historische Börse fehlen, und erst recht nicht die Alte Oper. Dabei zeigten die Schüler ihre Qualitäten als Stadtführer, indem sie anhand von Kurzreferaten pointiert die jeweiligen Sehenswürdigkeiten für die Gruppe erläuterten und auf geschichtliche Hintergründe und Entwicklungen der ehemaligen Freien Reichsstadt aufmerksam machten. Den Abschluss bildete der Besuch des in diesem Jahr eröffneten Romantikmuseums, in dem zahlreiche Werke von Schriftstellern jener Epoche im Original zu beschauen waren.

  • Im „Museum der Romantik“ gibt es viele Eindrücke zu dieser zutiefst deutschen Epoche: Hier eine überbordende Bücherwand.
  • Aus den Beständen des Freien Deutschen Hochstifts speist sich die sehenswerte „Goethe-Galerie“ im „Museum der Romantik“.
  • So viele Gedanken der romantischen Epoche sind bis heute im Denken der Deutschen gegenwärtig!
  • Auf den Straßen der Metropole Frankfurt am Main
  • Die bedeutende Rembrandt-Ausstellung im Städel-Museum wirbt unübersehbar an der Fußgängerbrücke über den Main.

Nach einer Phase der selbständigen Erkundungen warf sich die Gruppe aus ihrer bequemen Ausflugskleidung unvermittelt in chice Abendmode und flanierte durch die dämmernde Innenstadt zunächst zu einem geselligen gemeinsamen italienischen Essen. Danach stand der Besuch der Oper „Salome“ auf dem Programm, eine überaus gut besuchte Veranstaltung, die nicht nur für Liebhaber dieser Gattung einen Kulturgenuss darstellte. In aller Ungeschminktheit wurde der dramatisch bis makabere Stoff des Werks von Richard Strauss präsentiert. Um den Abend nicht mit einem blutüberströmten, die Bühne durchkreuzenden Kopf zu beschließen und sich nach hitziger Opernatmosphäre noch zu erfrischen, begaben sich Lehrer wie Schüler in das Viertel Sachsenhausen jenseits des Mains, wo man in angeregter Unterhaltung in den vielen reizvollen Kneipen beisammensitzen konnte.

Tags darauf gab es nach ausgiebigem Frühstück nochmals Kunst. Diesmal jedoch keineswegs historisch, sondern hochmodern im Museum für angewandte Kunst. Die teilweise verwirrenden Darstellungen und Werke regten zu intensiver Debatte und Austausch an. Doch lange sollte trotz aller Freude und Zeitlosigkeit der Aufenthalt in Frankfurt nicht mehr währen. Am frühen Nachmittag bestieg die Gruppe den Zug zurück nach Augsburg, wo man einige Stunden später schließlich eintraf.

  • Die Frankfurt-Gruppe mit Jutta Kazianka – der zweite Begleitlehrer Bastian Walcher ist nicht auf dem Bild, er steht hinter der Linse.
  • Frankfurt bei Nacht: Das waren nicht nur Oper und gemeinsames Essen, sondern auch die lichterreiche Skyline.
  • „X-Tage“ in Frankfurt: Die Reise per Bahn in Coronazeiten war voller guter Laune.

Auch ein zweites Mal gelang es damit der Gruppe um Frau Kazianka und Herrn Walcher, denen an dieser Stelle herzlichst gedankt sei, ein überaus abwechslungsreiches Programm auf die Beine zu stellen. Zurück können freilich nur die besten Erinnerungen bleiben, ein würdiger Ersatz also für die Studienfahrten in diesem außergewöhnlichen Jahr.

Über die X-Tage in Salzburg berichten wir im Beitrag „Wo’s schön ist, ist’s schön“ und über die X-Tage in Oberstdorf im Beitrag „Tief in den Allgäuer Alpen“.